Sächsischer Apothekertag

Berufspolitischer Frühling

9. Sächsischer Apothekertag in Dresden am 2. April 2011

Ein Bericht von Peter Ditzel

Berufspolitik, Fortbildung und ein kulturelles Rahmenprogramm standen beim 9. Sächsischen Apothekertag am 2. April in Dresden im Mittelpunkt. Über 250 Apothekerinnen, Apotheker, PTAs und Pharmaziestudierende waren in die Landeshauptstadt Sachsens gereist, um an ihrem Apothekertag teilzunehmen, der gemeinsam von der Sächsischen Landesapothekerkammer (LAK), dem Sächsischen Apothekerverband (SAV) und der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), Landesgruppe Sachsen, veranstaltet wurde.
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Friedemann Schmidt, Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer, hofft auf einen berufspolitischen Frühling.

In den politischen Grußworten wurde deutlich, dass die Gesundheitspolitiker sehr wohl die überproportional starken Belastungen der Apotheken durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) sehen. Wenn erste Zahlen der Auswirkungen vorlägen, wolle man sich "darüber unterhalten", hieß es in Dresden – ein berufspolitischer Frühling, wie es Friedemann Schmidt, Präsident der LAK Sachsen, formulierte?


Für die Ideen der Apotheker einsetzen

Sie bat die Apothekerinnen und Apotheker, trotz aller Schwierigkeiten auch weiterhin ihre Aufgaben ernst zu nehmen und die hohen Ansprüche an den Beruf nicht aufzugeben: Christine Clauß, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz in ihrem Grußwort. Die Sparbemühungen der Bundesregierung im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung hätten auch in den sächsischen Apotheken ökonomische, administrative und fachliche Konsequenzen nach sich gezogen, konstatierte die Ministerin. Sie dankte den Apothekerinnen und Apothekern dafür, dass sie die Regelungen für eine sichere Arzneimittelversorgung dennoch umgesetzt haben, auch wenn sich der Sinn so mancher Regelung nicht immer erschlossen habe. Sie wolle Überlegungen der Apotheker für eine nachhaltige Finanzierung der Arzneimittelversorgung offen diskutieren. "Wenn Sie uns als Staatsregierung überzeugen und wir einen Konsens finden, werden wir uns auf Bundesebene für Ihre Ideen einsetzen", versprach Clauß. Dies gelte auch für die Ausbildungsoffensive in der Pharmazie.

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Christine Clauß, Sachsens Staatsministerin für Soziales, will sich für Apotheker stark machen.

Zur Apothekenbetriebsordnung: Es stehe für sie außer Frage, dass die Inhalte dieser wichtigen Verordnung dringend aktualisiert werden müssten. Von einer Novellierung erwarte sie, dass sie den öffentlichen Auftrag der Apotheke fortschreibe. Außerdem dürften nur solche Forderungen erhoben werden, die im Sinne der Patienten und der Apotheken sinnvoll und praktikabel seien. "Dafür werde ich mich stark machen", sagte die Ministerin. Die Leistungen der Apotheken dürften auch in Zukunft nur in hoher Qualität angeboten werden. Sie bestärkte die Apotheker darin, den fachlich geprägten Weg fortzusetzen.

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Maria Michalk (CDU) sieht in jeder Krise auch Chancen.

Krise hat auch Chancen

Maria Michalk von der CDU-Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags, signalisierte, dass ihre Partei verstanden habe: Die Apotheken hatten "einen langen strengen Winter". Da der Arzneimittelsektor der zweitgrößte Ausgabenbereich der GKV sei, habe man auch einen Sparbeitrag der Apotheken von 200 Millionen Euro in das Gesetz einbinden müssen. Allerdings, so die CDU-Politikerin, sei dieser Beitrag in der Praxis anders ausgefallen als angedacht. Auch der Großhandel ist mit einem Sparbeitrag von 200 Millionen Euro eingebunden worden – "die Koalition erwartet, dass jeder seine Einsparungen erbringt". Man nehme die Sorge um eine faire Aufteilung der Einsparbeträge sehr ernst. Daher wolle man sich nun die Zahlen anschauen, aber derzeit fehle eine belastbare Datengrundlage. Nur die Betriebsergebnisse der Apotheken seien zuverlässige Indikatoren. Dass der Großhandel derzeit seine Margenkürzung an die Apotheken weiterreicht, ist nicht im Sinne der politischen Entscheidung, wie Michalk betonte. Mit der nun in Kraft getretenen neuen Packungsgrößenverordnung könne man besser auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen. Dieses Beispiel zeige, dass es durchaus Regelungsmöglichkeiten gibt: In jeder Krise gibt es auch Chancen, so Michalk.


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Marlies Volkmer (SPD) steht an der Seite der Apotheker.

An der Seite der Apotheker

Nach Ansicht von Dr. Marlies Volkmer, SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestags, sind Apotheker heute noch mehr gefragt als früher. Die Apotheke ist für viele Bürgerinnen und Bürger die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden, die Beratungskompetenz des Apothekers wird geschätzt. Die Apotheker entlasten dadurch die Ärzte und ersparen der GKV laut einer Untersuchung über 4 Mrd. Euro an Ausgaben.

Bis 2020 wird rund ein Drittel der Apothekerinnen und Apotheker ins Rentenalter eintreten, die Weiterführung ihrer Apotheken ist nicht immer gegeben. In Sachsen allerdings stellt sich die Apothekensituation noch günstig dar. Seit 1990 habe sich die Zahl der Apotheken verdoppelt, derzeit gebe es jährlich mehr Öffnungen als Schließungen. Damit die flächendeckende Versorgung Sachsens auch in Zukunft so bleibt, ist die Sächsische LAK mit einer Ausbildungsoffensive aktiv geworden, mit der schon Schülerinnen und Schüler auf das Berufsbild des Apothekers aufmerksam gemacht werden. Als besonders innovativ findet Volkmer die neue Internetseite www.pharmazie-sachsen.de, eine "gemeinsame Community für Studenten und Apotheken in Sachsen". Die Pharmaziestudierenden können sich hier einfach mit den Apotheken austauschen, beispielsweise für die Suche nach Praktikumsstellen. Sie rief die Apotheken dazu auf, bei dieser Community mitzumachen.

Auch Volkmer ist es bewusst, dass das AMNOG Schwierigkeiten für viele Apotheken gebracht hat, "auch das weitere Bestehen der Pick-up-Stellen ist ein Ärgernis". Sie stehe hier an der Seite der Apotheken, denn Arzneimittel gehören in die Hand des Apothekers. Man brauche auch weiterhin eine professionelle Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Die SPD würdige diese Leistungen der Apotheken. Mit Sorge sehe sie daher, dass der Großhandel seine Mehrbelastungen durch das AMNOG an die Apotheken weitergebe. Wenn die ersten validen Zahlen der Auswirkungen auf die Apotheken vorliegen, "werden wir uns darüber unterhalten müssen", kündigte die SPD-Politikerin an.


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Kristin Schütz (FDP) will keine Medikamentenverkäufer.

Apotheker sind keine Medikamentenverkäufer

Die FDP-Politikerin Kristin Schütz von der FDP-Landtagsfraktion, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin, stellte in ihren Grußworten das hohe Niveau des deutschen Gesundheitssystems heraus, das allerdings nur gehalten werden könne, wenn die Finanzierung stimmt. Mit dem AMNOG habe man ein drohendes Defizit abwenden müssen. Man habe sich aber immer für die Freiberuflichkeit des Apothekers stark gemacht, so Schütz. Daher werde man die Auswirkungen des AMNOG und die Ertragssituation der Apotheke weiter beobachten.

Als dringend geboten erscheint ihr die Novellierung der Apothekenbetriebsordnung, die auch zur Entbürokratisierung genutzt werden sollte. Die FDP-Politikerin betonte, dass die Apotheke vor Ort neben einer pharmazeutischen auch eine psychosoziale Funktion habe: "Sie sind Apotheker, Verbraucherschützer und menschlicher Zuhörer", so Schütz. Auch die FDP ist nach wie vor gegen Pick-up-Stellen, sie bringen keine Qualitätsverbesserung. "Wir wollen auch zukünftig keine Medikamentenverkäufer, wir wollen Arzneimittelberater und Verbraucherschützer, hob Schütz in ihrem Grußwort hervor.


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Kerstin Lauterbach, Die Linke, setzt sich für die inhabergeführte Präsenzapotheke ein.

Präsenzapotheke im Mittelpunkt

Auf die unterschiedliche Apothekendichte Sachsens machte Kerstin Lauterbach von der Landtagsfraktion Die Linke und gesundheitspolitische Sprecherin aufmerksam. Während im Kreis Meißen eine Apotheke gegenwärtig im Durchschnitt 4400 Einwohner versorgt, sind es in Dresden 4300, in Chemnitz sogar nur 3880 Einwohner je Apotheke. Bedenklich sei es, dass es in ländlichen Teilen Sachsens relativ wenige Apotheken gebe, Beispiel Kreis Meißen. 46 der 58 Apotheken sitzen in den großen Städten dieses Kreises, auf die ländlichen Teile entfallen nur zwölf Apotheken, wobei in diesen Regionen jedoch fast die Hälfte der Bevölkerung dieses Kreises lebt. Hier sieht Lauterbach ein Zukunftsthema: Wo der Bedarf nach Nähe und Vertrauen zu den Gesundheitsberufen am größten sei, in den ländlichen Regionen Sachsens, verschlechterten sich zunehmend die Rahmenbedingungen. Die Politik müsse hier die passenden Instrumente für eine qualitätsgesicherte und flächendeckende Arzneimittelversorgung einsetzen. Lauterbach: "Für Die Linke steht dabei die bewährte inhabergeführte Präsenzapotheke im Mittelpunkt. – Deshalb setzen wir uns auch vorrangig für die inhabergeführte Apotheke ein und nicht für den Versandhandel." Apotheken sollten mehr sein als bloße Abgabestellen für Arzneimittel und Spielball zwischen den Interessen von Regierung, Pharmalobby und Krankenkassen, fügte Lauterbach hinzu. 

Kämpferisch zeigte sich Monika Koch, die Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands, in ihrer berufspolitischen Rede. Das AMNOG und seine Auswirkungen auf die Apotheken standen bei ihr im Mittelpunkt. Darüber hinaus sprach sie auch die Apothekenbetriebsordnung und weitere aktuelle Themen an, mit denen die Apotheken zurzeit konfrontiert werden. Ihre Gedanken mündeten in die Frage: "Was wollen wir Apotheker sein?" Ihre Perspektive für die Apotheken: Die Zukunft wird pharmazeutisch entschieden.

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Monika Koch kämpft für eine Dynamisierung des Apothekerhonorars.

"Eine Regierung, die sich die Förderung des Mittelstands auf die Fahnen schreibt, ist gerade dabei, einem ganzen Berufsstand die wirtschaftliche Basis zu entziehen", so Koch zu den verheerenden Folgen des AMNOG für die Apotheken. Auch Bundestagsabgeordnete seien darüber erschrocken. Die Schutzbehauptung, man habe die Aufteilung der Belastung mit Zustimmung der ABDA vorgenommen, sei zwar richtig, aber damals seien andere Zahlen im Gespräch gewesen. "Wieder einmal sind die Apotheken in einer Nachtsitzung verraten und verkauft worden", klagte Koch. Man werde in Kürze die Zahlen des ersten Quartals 2011 vorlegen: Nach den ersten Erkenntnissen hat der Großhandel seine Belastungen nicht nur weitergegeben, sondern er geht in vielen Fällen weit darüber hinaus. Koch empfahl den Apothekerinnen und Apothekern, die Monatsrechnungen des Großhandels genau anzusehen. Auch Hersteller ändern ihre Konditionen (Skontikürzungen, Abschaffung von Retourenregelungen) gegenüber den Apotheken und geben AMNOG-Belastungen weiter. Koch: "Die Apotheken sind die letzten in der Versorgungskette – und den letzten beißen bekanntlich die Hunde."

Ein Apothekensterben auf dem Lande wollte die Verbandsvorsitzende nicht ankündigen. Die Gefährdung sei nicht vom Standort, sondern von der Kostenstruktur abhängig. Deswegen könnten auch Innenstadtapotheken von den AMNOG-Auswirkungen betroffen sein. Das Apothekensterben werde ein langsamer Prozess sein.

Der Staat erwartet vom Apotheker Verantwortung für sein Tun, das Gewinnstreben solle beim Apotheker nicht im Vordergrund stehen. Freie Berufe erhielten normalerweise eine ausreichende Honorierung für ihr Tun. Der Gesetzgeber stehe damit auch gegenüber den Freien Berufen, hier den Apothekern, in der Verantwortung, ein ausreichendes Auskommen zuzugestehen. Die Apotheker hätten bereits durch die Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung, so Koch, ihren Beitrag zu den Einsparungen in der GKV geleistet. Damals habe man den Apothekern versprochen, das Honorar angesichts von Kostensteigerungen und Inflation anzupassen. Davon sei nun nicht mehr die Rede. Im AMNOG steht vielmehr: "Durch gesetzgeberische Maßgaben begründete zusätzliche Leistungen lösen keinen zusätzlichen Vergütungsanspruch aus", zitierte Koch das Gesetz, "welch ein Zynismus! Vielleicht sollten wir den Status der Gemeinnützigkeit beantragen", fügte sie unter Beifall hinzu, "damit wir wenigstens die Steuern sparen." Kostensteigerungen und Inflation zu berücksichtigen sei das absolute Minimum, wenn die Qualität der Arbeit nicht leiden soll. Auch die Mitarbeiter dürften nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt werden.

Koch forderte eine Dynamisierung des Apothekerhonorars, zumindest entsprechend der Grundlohnsummensteigerung, wie es bei den Ärzten der Fall sei. Darüber hinaus forderte sie auch eine Anpassung für die Vergütung der Rezeptur und für die zunehmenden Dokumentationspflichten.

Ihr Unverständnis drückte die Verbandsvorsitzende gegenüber den Änderungen der Packungsgrößenverordnung aus, verabschiedet von einer Regierung, die angetreten sei, die überbordende Bürokratie abzuschaffen. Kochs Kommentar dazu: "Denn sie wissen nicht, was sie tun. – Ich war in meinem ganzen Berufsleben noch nie so frustriert." Sie appellierte an die Politiker: "Stoppt diesen Wahnsinn!"

Das Problem im Zusammenhang mit der neuen Packungsgrößenverordnung ab 2013: Die Apotheken werden packungsabhängig honoriert. Wenn dann die chronisch Kranken aufgrund größerer Packungen nur noch einmal im Quartal in die Apotheken kommen, "dann haben wir ein Problem", brachte Koch es auf den Punkt.

Ein weiteres Thema, das die Existenzangst der Apotheker schürt: die Novellierung der Apothekenbetriebsordnung. Koch zu den internen Diskussionen: "Es gibt kein Geheimpapier der ABDA, weil es keinen Referentenentwurf gibt. – Wir würden dem Berufsstand keinen Gefallen tun, wenn wir in der Öffentlichkeit ein Papier diskutieren, das von den Verantwortlichen schon zurückgezogen wurde."

Koch geht davon aus, dass die Apothekenbetriebsordnung die entscheidende Weichenstellung für den Berufsstand wird. Aber, wenn die Anforderungen an die Apotheken immer höher geschraubt werden und gleichzeitig die Vertriebswege zerbröseln, wird sich die Struktur der Apotheken mittelfristig ändern. Für eine hohe Qualität und für hohe Anforderungen benötigen die Apotheken eine ausreichende wirtschaftliche Basis.

Als Vertrauensbruch wertet Koch, dass die Politik es nicht schaffte, Pick-up-Stellen zu verbieten. Den erbitterten Widerstand der Apotheker kündigte Koch an gegen mögliche Bestrebungen der Politik, eine "Apotheke light" zu etablieren. Die Verbandsvorsitzende fragte auch nach Antworten der Politik zu Themen wie Cobox und Verblisterung – denen sie selbst kritisch gegenübersteht. So sei schon jetzt an einem Modellversuch zum Verblistern abzulesen, dass Verblisterung nur für Einzelfälle denkbar sei; sie dürfe nicht zu einer generellen Entmündigung der Patienten führen.

Die ABDA arbeitet derzeit zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an einem Modell, wie durch bessere Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker der Arzneimitteleinsatz effizienter gestaltet werden kann. In wenigen Wochen, noch vor dem Gesetzgebungsverfahren zum Versorgungsgesetz, werden Ergebnisse auf dem Tisch liegen, kündigte Koch an. Von der Politik erwarte man eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Vorschlägen. Der Apotheker wird in Zukunft eine neue Rolle spielen können und müssen. Damit dürfte auch der Arbeitsplatz in der öffentlichen Apotheke attraktiver werden.

Die Apotheker sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, so Koch in Richtung Regierung. Die Apotheker könnten aber nicht mehr durch eine Quersubventionierung kostenlose Leistungen erbringen, man erwarte vielmehr eine Dynamisierung der Vergütung.

Welche Art Apotheker wollen wir sein, fragte Koch am Ende ihrer Ansprache. Eine Frage, die jeder für sich beantworten müsse, zumal es fatal wäre, ein einheitliches Erscheinungsbild aller Apotheken zu fordern. Man müsse allerdings Schwerpunkte und Grenzen setzen. Aber die eigentliche Frage sei: Was erwartet die Gesellschaft von uns? Ob dies mehr Fläche fürs Randsortiment sei, bezweifelte Koch. Sie geht davon aus, dass die Zukunft des Apothekers pharmazeutisch entschieden werde. Denn "verkaufen können andere besser". Koch schloss sich den Aussagen des sächsischen Kammerpräsidenten Schmidt an: "Weder kann es einen freiberuflich tätigen Apotheker außerhalb des marktwirtschaftlichen Rahmens geben, noch findet ein ausschließlich marktwirtschaftlich agierender Apotheker eine hinreichende berufliche Legitimation außerhalb eines vernünftigen regulatorischen Rahmens."

Fortbildung auf dem Sächsischen Apothekertag


Vier Fortbildungsvorträge unter der Hauptüberschrift "Fluch und Segen der Arzneimitteltherapie" hatten die Veranstalter des Sächsischen Apothekertags für Apothekerinnen und Apotheker aufs Programm gesetzt.

Mit der Frage, ob das Thema Arzneimittelfälschungen in Deutschland Panikmache ist oder ein ernstzunehmendes Problem, setzte sich Dr. Mona Tawab vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker, Eschborn, auseinander. Ihr Fazit: International gesehen sind Arzneimittelfälschungen durchaus ein Problem, für Deutschland stellen sie derzeit keine Gefahr da. Dennoch, die Apotheken sollten die Pflicht zur stichprobenartigen Überprüfung von Fertigarzneimitteln ernst nehmen. Dadurch werden jährlich etwa 7 Millionen Packungen überprüft. In Zukunft werden fälschungssichere Packungen, z. B. durch Aufbringung eines 2D-Datenmatrixcodes, für noch mehr Sicherheit sorgen.

Welchen Beitrag der Apotheker zur Lösung arzneimittelbezogener Probleme leisten kann, stellte Prof. Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Arzneimittel der ABDA und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, vor. Er erinnerte daran, der Meldepflicht für unerwünschte Arzneimittelwirkungen nachzukommen und die Berichtsbögen für unerwünschte Arzneimittelwirkungen an die AMK zu nutzen. Ziel der AMK sei es, 10.000 UAW-Meldungen pro Jahr an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weiterleiten zu können.

Prof. Dr. Thilo Bertsche, Pharmazeutisches Institut der Universität Leipzig, befasste sich mit dem Thema, wie man interdisziplinär die Sicherheit in der Arzneimitteltherapie verbessern und Risiken minimieren kann.

Und PD Dr. Tjalf Ziemssen, Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden, erläuterte die Therapiefortschritte bei der Behandlung der Multiplen Sklerose.

Die Fortbildung für Pharmazieingenieure und PTA befasste sich mit den Selbstmedikationsthemen Kopfschmerz und Schlafstörungen. Und für Pharmaziestudierende war eine Gesprächsrunde zu aktuellen Themen vorgesehen.

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Die Kuppel der Frauenkirche – ein Symbol für den Frieden.
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Dresdens Frauenkirche wurde zu einem Symbol der Friedensbewegung in Deutschland.
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Dresdens Altmarkt , ein großer Platz im Herzen Dresdens.
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Tagungsort des Sächsischen Apothekertags war das neue NH-Hotel am Dresdner Altmarkt, gleich gegenüber der Kreuzkirche.
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Rund 250 Apothekerinnen, Apotheker, PTAs und Pharmaziestudierende nahmen am 9. Sächsischen Apothekertag in Dresden teil.
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Musikalische Umrahmung Das Duo Tom Götze und Stephan Bormann umrahmten die Eröffnung des Sächsischen Apothekertags mit klangvollen Interpretationen zeitgenössischer Jazz- und Popstücke.