Prisma

Hilft modifiziertes Citruspektin bei Prostatakrebs?

Im Rahmen einer klinischen Studie prüfen Wissenschaftler der Klinik für Tumorbiologie Freiburg, ob Männer mit Prostatakrebs, deren PSA-Wert trotz kurativer Operation und Strahlentherapie weiter ansteigt, von einer komplementären Behandlung mit modifiziertem Citruspektin profitieren. Ziel der Untersuchung ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern, Metastasen zu verhindern und die Überlebenszeit zu verlängern.

Sowohl tierexperimentelle als auch erste klinische Daten haben nahegelegt, dass durch modifiziertes Citruspektin (MCP) der Zeitraum, in dem sich der PSA-Wert verdoppelt, signifikant verlängert werden kann. Citruspektine bestehen aus komplexen Polysacchariden, die aus dem Fruchtfleisch und der Schale von Citrusfrüchten gewonnen werden. Sie enthalten reichlich Galactoside, die bevorzugt an bestimmte Eiweißstoffe von Tumorzellen binden. Um besser vom Körper resorbiert werden zu können, wird Citruspektin modifiziert.

Dass es sich um eine vielversprechende Substanz handelt, zeigten bereits Versuche mit Tumorzellen im Labor. Modifiziertes Citruspektin kann das Wachstum von Prostatakrebszellen hemmen, indem es die Gefäßneubildung des Tumors behindert. Außerdem kann MCP den programmierten Zelltod, die Apoptose, auslösen und so die Krebszelle zum Absterben zwingen.

An der Studie teilnehmen können Patienten mit einem biochemischen PSA-Rezidiv, das heißt Patienten, deren PSA-Wert auch nach Lokaltherapie weiter ansteigt. Ansprechpartner für die Aufnahme von Patienten in die Studie ist Dr. Marc Azémar, Klinik für Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie, azemar@tumorbio.uni-freiburg.

hel


Quelle: Presseinformation der Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 17. März 2011.



DAZ 2011, Nr. 13, S. 8