Prisma

Laute Musik über Kopfhörer stresst die Ohren

Menschen, die häufig ihre Musik-Player "aufdrehen", schaden einer Studie zufolge ihrem Gehör. Entsprechend "gestresste" Ohren können einzelne Töne vor einer Geräuschkulisse schlechter wahrnehmen als ein nicht belastetes Gehör.

Ein deutsch-japanisches Forscherteam verglich zwei Gruppen junger Leute: Die eine hörte regelmäßig und über längere Zeit laute Musik über Kopfhörer, die andere Gruppe verzichtete darauf. Bei einem Hörtest, bei dem einzelne Töne bei leisem Umfeld "erhört" werden müssen, schnitten beide Gruppen etwa gleich ab. Anders sah es aus, wenn einzelne Töne zu einer bestehenden Geräuschkulisse angeboten wurden. Hier erwies sich das Gehör der "Kopfhörergruppe" als wesentlich ungenauer. Die Forscher gehen davon aus, dass die laute Musik Nerven im Hörsystem schädigt und dadurch die Hörgenauigkeit verringert. Studienleiter Hidehiko Okamoto empfiehlt Musikliebhabern daher, Kopfhörer mit einer sogenannten "noise-cancelling"-Funktion zu verwenden. Diese filtert die Umgebungsgeräusche und verhindert so, dass die Lautstärke der Musik immer weiter hoch geregelt wird.

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Quelle: Okamoto H. et al.: PLoS One; Bd. 6; Nr. 3; Artikel e17022



DAZ 2011, Nr. 12, S. 6

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