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e-Medikationsdatenbank startet im April

BERLIN (lk). Als e-Health-Pioniere haben die österreichischen Apotheker ein Pilotprojekt angeschoben, das im April in der Alpenrepublik startet: In drei Regionen wird die neue "e-Medikationsdatenbank mit e-card" getestet.

In der e-Medikationsdatenbank werden auf freiwilliger Basis alle Arzneimittel-Daten der teilnehmenden Patienten gespeichert. Dabei handelt es sich um eine zentrale Datenbank. Der Patient erhält eine e-card. Diese dient als Schlüssel zur Datenbank. Auf der e-card selbst sind keine Patientendaten gespeichert.

Das Pilotprojekt beginnt im April in drei österreichischen Regionen: Wien, Oberösterreich und Tirol. Neben Apotheken nehmen daran Krankenhäuser und Ärzte teil. Nach neun Monaten wird das Pilotprojekt ausgewertet und bei Erfolg im Jahr 2012 in ganz Österreich eingeführt.

Ziel dieser österreichweiten e-Medikationsdatenbank ist die Vermeidung von unerwünschten Interaktionen und Mehrfachverschreibungen sowie die Unterstützung der Patienten bei Arzneimittel-Therapien. Mit einem Ampelsystem (grün, gelb, rot) wird in der Klinik, beim Arzt und vor allem in der Apotheke angezeigt, ob die verordneten Arzneimittel miteinander harmonieren und keine negativen Nebenwirkungen auslösen können.

Die e-Medikationsdatenbank gibt dem beratenden Apotheker mit Zustimmung des Patienten einen Überblick über dessen gesamte Medikation, unabhängig davon, welcher Arzt das Arzneimittel verordnet und in welcher Apotheke der Patient es bezogen hat.

Damit geht die seit Dezember 2005 von allen Österreichern benutzte e-card mit der e-Medikationsdatenbank über ihre bisherige flächendeckende Verwendung als Krankenversicherungskarte hinaus. In den Apotheken dient die e-card jedes Patienten als Schlüssel zu seinen persönlichen Einträgen in der Medikationsdatenbank. Immer wenn ein Patient in der Apotheke seine e-card vorweist, werden seine Medikamente geprüft und gespeichert.

Bei der e-Medikationsdatenbank handelt es sich um die erste Anwendung für den Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA). Wenn sich die Lösung bewährt, soll die e-Medikationsdatenbank auch auf die Krankenanstalten und die verschreibenden Ärzte erweitert werden. Ursprünglich wurde die e-Medikationsdatenbank von der österreichischen Apothekerkammer vorangetrieben. Inzwischen hat die österreichische Regierung das Projekt übernommen.



DAZ 2011, Nr. 12, S. 36

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