Feuilleton

Vom Pesthaus zum Universitätsklinikum – 300 Jahre Charité

In der Sonderausstellung "Charité – 300 Jahre Medizin in Berlin" stellt das Berliner Medizinhistorische Museum bis zum 27. Februar den Werdegang des größten europäischen Universitätsklinikums dar. Zu sehen sind unter anderem Dokumente, medizinische Instrumente und Präparate.
Die Charité im Jahr 1768 Drei der vier ursprünglich zweistöckigen Gebäudeflügel sind aufgestockt worden.

Mit Sorge wurde 1709 in Berlin eine Pestepidemie erwartet, die schon große Teile Ostpreußens entvölkert hatte und sich nun der preußischen Hauptstadt näherte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts glaubte man, dass "Miasmen" – schädliche Ausdünstungen der Erde – die Ursache für den "Schwarzen Tod" (und andere Krankheiten) seien. Der Pest-Bazillus Yersinia pestis , der von Insekten – vorwiegend Flöhen – auf Tiere und Menschen übertragen wird, sollte erst 1894 durch den Schweizer Arzt und Bakteriologen Alexandre Yersin (1863 – 1943) entdeckt werden. Bis dahin versuchte man unter anderem, die Miasmen durch Ausräuchern und Schwitzkuren aus den Körpern der Patienten abzuleiten – freilich ohne Erfolg. Das einzige sichere Mittel gegen die Pest war die Flucht. Einen gewissen Schutz bot auch die Isolation aller Pestkranken. Aus diesem Grund ordnete König Friedrich I. in Preußen (1657 – 1713) am 14. November 1709 die Gründung von "Lazareth-Häusern" außerhalb der Städte an, um bei "jetzigen gefährlichen Pest Läufften" vorbereitet zu sein.

Ausstellung


Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Tel. (0 30) 4 50-53 61 56, Fax 4 50-53 69 05

www.bmm.charite.de

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch und Samstag bis 19 Uhr

Vorbereitung auf die Pest

So begannen im Mai 1710 auf dem Gelände der heutigen Charité, das damals auf freiem Felde etwa 800 Meter nordwestlich von Dorotheenstadt und Spandauer Vorstadt lag, die Bauarbeiten für ein Pesthaus. Es wurde so großzügig projektiert, dass 400 Betten mit "hinreichendem Abstand, damit die Pestkranken bequem versorgt und die Toten abtransportiert werden" können, aufgestellt werden konnten. Die Säle des vierflügeligen, zweistöckigen Fachwerkbaus wurden mit besonders großen Fenstern und Lüftungsklappen ausgestattet, damit die giftigen Ausdünstungen der Kranken abziehen konnten. Für Rekonvaleszenten richtete man eine separate Quarantänestation ein.

Da die Epidemie in der Uckermark abklang und Berlin glücklicherweise ganz verschont blieb, wurde über eine neue Nutzungsmöglichkeit für das Pesthaus nachgedacht. Ein Teil der Krankenzimmer wurde nun für die Unterbringung von Bettlern, "gefallenen Frauen" und Prostituierten bereitgestellt, um sie zum Erwerb ihres Lebensunterhalts durch "Spinnen und allerhand Woll-Arbeit" anzuhalten. Andere Räume wurden auf Anregung des Armendirektoriums als Hospital für Bedürftige im mittelalterlich-karitativen Sinn genutzt. Ein Lazarett, das für die Garnison eingerichtet worden war, wurde wegen der abseitigen Lage kaum genutzt.


Emblem der Berliner Chirurgengilde mit Trepan (links) und Amputationssäge.

Eine Anstalt für Mittellose

Als 1726 der Berliner Amtsphysikus Christian Habermaaß König Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740) vorschlug, in dem Haus ein "Bürger-Lazareth" für mittellose Kranke zu eröffnen, schlug die Geburtsstunde des Krankenhauses, das sich – allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg – zum größten Universitätsklinikum Europas entwickeln sollte. Der Arzt überzeugte den "Soldatenkönig", dass seine Feldschere neben dem theoretischen Unterricht in dem 1713 unter dem Dach der "Königlichen Societät der Wissenschaften" gegründeten Anatomischen Theater und im Collegium medico-chirurgicum auch einen klinischen Unterricht benötigen.

Am 1. Januar 1727 wurde das "Lazareth und Hospital vor dem Spandower Tor" – es wurde erst 1737 durch die Zollmauer in das Stadtgebiet einbezogen – für die kostenlose Behandlung Bedürftiger und die praxisnahe Ausbildung künftiger Militärärzte und -chirurgen eröffnet, und zwei Wochen später gab ihm der König den Namen "Charité" (franz. Nächstenliebe, Barmherzigkeit, vgl. lat. caritas). Zum Direktor ernannte er seinen Leibarzt Johann Theodor Eller (1689 – 1760).

Bis ins 19. Jahrhundert blieb die Charité eine Anstalt für mittellose Patienten. Über das Armendirektorium wurden Soldaten, ledige Schwangere, Prostituierte und andere Bedürftige eingewiesen. Nach der Genesung mussten die Patienten die Kosten für die Behandlung abarbeiten, teilweise in der Charité selbst (s. u.). Im Erdgeschoss lebten alte und gebrechliche Menschen. Darüber befanden sich Krankensäle für eigentliche Patienten, eine Abteilung für infektiöse Krankheiten, ein Operationssaal sowie eine geburtshilfliche Abteilung und ein Lazarett für Soldaten. Nachdem 1751 eine Hebammenschule gegründet worden war, ging die Mortalitätsrate unter Müttern und Säuglingen deutlich zurück.

Anfangs hatte jeder Kranke ein eigenes Bett und erhielt eine gute Verpflegung. Das Wachstum Berlins führte aber bald zu einer chronischen Überbelegung. Der Umgangston wurde rauer, und manche Patienten sprachen sogar von einer "Entvölkerungsanstalt". Die Kritik war nicht unberechtigt, denn als Pfleger arbeiteten ehemalige Patienten ohne fachliche Ausbildung, darunter auch Epileptiker, Gebrechliche und Prostituierte. Letztere boten in der Klinik zuweilen erotische Dienste an.

Im Jahr 1772 wurden 2189 Patienten in der Charité behandelt; dies war angesichts der damals sehr langen Verweilzeiten im Krankenhaus eine recht hohe Zahl. 1785 beschloss König Friedrich II. (1712 – 1786) einen Umbau, der nach 15 Jahren vollendet wurde und später "Alte Charité" genannt wurde.

Ausbau ab 1830

Der Initiative des Chirurgen Johann Friedrich Dieffenbach (1792 – 1847) ist es zu verdanken, dass mit der Gründung einer Krankenwärterschule im Herbst 1832 endlich die Pflege der Kranken erheblich verbessert werden konnte. Zwei Jahre später wurden die "Neue Charité" und einige kleinere Gebäude mit besonderen Funktionen wie ein "Sommerlazarett" und ein "Pockenhaus" errichtet. Letzteres ist bis heute erhalten geblieben und gilt als ältestes Bauwerk auf dem historischen Charitégelände.


Trepan aus dem 19. Jahrhundert. Es diente dazu, mit der kreisförmigen Säge (links) ein Loch in den Schädel zu bohren. Foto: Christoph Weber

Die Universität erhält ein eigenes Klinikum

Als 1810 die Berliner Universität gegründet wurde, hatte ihr geistiger Vater, der Gelehrte und Staatsmann Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835), Bedenken gegen eine klinische Ausbildung in der Charité, weil dort die Studierenden von den vielen Patienten abgelenkt werden könnten; stattdessen wurde in der Stadt ein kleines Klinikum mit 24 Betten geschaffen. Zum Ordinarius für Medizin wurde Johann Christian Reil (1759 – 1813) berufen, der sich an der Universität Halle als Anatom, Chirurg, Gynäkologe, Augen- und Badearzt und Psychiater einen exzellenten Ruf erworben hatte. Carl Ferdinand Graefe (1787 – 1840) wurde Ordinarius für Chirurgie. Die Nachbarn des Klinikums beschwerten sich fortwährend über Belästigungen, insbesondere durch die Schreie schmerzgepeinigter Patienten.

Schließlich gab die Universität nach und verlegte das Krankenhaus 1818 in ein Gebäude in der Ziegelstraße. Zehn Jahre später wurde hier die Medizinische Klinik ausgegliedert und auf dem Gelände der Charité neu eröffnet. In der Folgezeit wurden immer mehr Einrichtungen der Medizinischen Fakultät dorthin verlagert. Bis 1951 sollten aber Universitätsklinikum und Charité formal getrennte Einrichtungen bleiben.

Die "Berliner Schule" erlangt Weltruf

1839 wurde Johann Lukas Schönlein (1793 – 1864) als Ordinarius und Leibarzt von König Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufen. Als Anhänger des neuen, an naturwissenschaftlichen Erkenntnissen orientierten Denkens, das im frühen 19. Jahrhundert allmählich die philosophische Sichtweise in der Medizin ablöste, modernisierte der aus Bamberg stammende Arzt die Diagnostik grundlegend, indem er Perkussion (Abklopfen), Auskultation (Abhorchen), Messung der Körpertemperatur und labormedizinische Tests einführte. Zusammen mit dem Anatom und Physiologen Johannes Müller (1801 – 1858) begründete er die "Berliner Schule" der Medizin.

Schönlein beschrieb die Tuberkulose erstmals als eigenständiges Krankheitsbild – dessen Erreger Mycobacterium tuberculosis entdeckte Robert Koch 1882 – , unterschied zwischen Typhus und Fleckfieber und entdeckte den pathogenen HautpilzAchorion schoenleinii. Sein Schüler Rudolf Virchow (1821 – 1902) wirkte 46 Jahre lang an der Charité und beschrieb 1845 erstmals die Leukämie.


Mikroskop von Rudolf Virchow, um 1850. Foto: Christoph Weber

Chirurgie im Aufschwung

Durch die Anwendung von Narkose, Antisepsis und Asepsis erfuhr die Berliner Chirurgie in der zweiten Jahrhunderthälfte einen bedeutsamen Aufschwung und wurde schließlich weltberühmt. Hinzu kamen neue technische Innovationen wie die Röntgentechnik oder später das Druckdifferenzverfahren nach Ferdinand Sauerbruch (1875 – 1951), das Operationen am offenen Thorax ermöglichte. Sauerbruch wurde 1927 an die Charité berufen, wo er bis 1949 praktizierte und lehrte.

In Pathologie und Bakteriologie führend

In Berlin wütete 1831 eine Cholera-Epidemie, der 1500 Menschen zum Opfer fielen, unter ihnen auch der Philosoph Hegel. In der Charité versuchte man die Patienten mit Aderlässen, Opium und Kalomel (Hg2 Cl2) zu behandeln – freilich erfolglos. Es wurde nun ein Prosektor angestellt, erst Philipp Phoebus (1804 – 1880), dann Robert Froriep (1804 – 1861), um die Pathologie zu fördern. Erst 1884 sollte es Robert Koch (1843 – 1910) gelingen, den Erreger Vibrio cholerae zu isolieren.

Auch die Diphtherie war eine gefürchtete Krankheit. Vornehmlich in sozial schwachen Familien fielen viele Kinder der "Hand des Würgeengels" zum Opfer, selbst nachdem sie in die Kinderklinik der Charité aufgenommen waren; nicht wenige Kinder, die wegen einer anderen Krankheit in der Charité behandelt wurden, erkrankten dort zusätzlich an Diphtherie. Erst 1884 entdeckte Friedrich Löffler (1852 – 1915), Hygieniker am Kaiserlichen Gesundheitsamt, gemeinsam mit Edwin Klebs (1834 – 1913) den Krankheitserreger Corynebacterium diphtheriae. Nach intensiven immunologischen Studien gelang Emil von Behring (1854 – 1917) und dem Japaner Shibasaburo Kitasato (1853 – 1931) sechs Jahre später schließlich die Herstellung eines Diphtherieserums, das unter der Leitung von Otto Heubner (1843 – 1916) erfolgreich in der Kinderklinik erprobt wurde.

1905 entdeckten der Zoologe Fritz Richard Schaudinn (1871 – 1906) und der Dermatologe Erich Hoffmann (1868 – 1959) an der Charité den Syphilis-Erreger Spirochaeta pallida (heute: Treponema pallidum). Fünf Jahre später entwickelte Paul Ehrlich (1854 – 1915) – ebenfalls in Berlin – mit Salvarsan das erste wirksame Antibiotikum gegen die Syphilis oder Lues, die in der Bevölkerung auch als "Große Pocken" oder "Französische Krankheit" bekannt war.


Blennorrhö eines Neugeborenen aufgrund einer Infektion mit Gonokokken. Wachsmoulage um 1900 von Fritz Kolbow. Foto: Christoph Weber

Verbesserung der Hygiene

Als 1892 in Hamburg eine Cholera-Epidemie ausbrach und mehr als 8600 Todesopfer forderte, überprüfte eine "Arbeiter-Sanitätskommission" die hygienischen Verhältnisse in Berliner Wohn- und Krankenhäusern, denn Pettenkofer hatte behauptet, dass die Epidemie insbesondere auf hygienische Mängel zurückzuführen war. Das Urteil der Kommission über die Charité war geradezu vernichtend: Die überbelegten Krankensäle waren heruntergekommen, die Sanitäranlagen völlig unzureichend und verschmutzt. Auch mokierte sich die Kommission über die Verpflegung und den "Kasernenhofton".

Die Berliner Krankenkassen begannen die Charité zu boykottieren, was sie wirtschaftlich an den Rand des Ruins brachte. Schließlich lenkte der Preußische Landtag ein und bewilligte 1896 Mittel für einen großzügigen Neu- und Umbau. 1917 wurde das neogotische Klinikensemble eröffnet.

Bereits 1905 war in der Charité eine eigene Psychiatrische und Nervenklinik eröffnet worden. Die Leitung hatte man Theodor Ziehen (1862 – 1950), Ordinarius an der Berliner Universität, übertragen. 1912 trat Karl Bonhoeffer (1868 – 1948) die Nachfolge an.

Die erste Professorin

1908 gewährte Preußen als letztes aller deutschen Länder auch Frauen Zugang zu den Hochschulen, und erst 1920 wurde Ärztinnen zugestanden, sich zu habilitieren. Die Internistin Rahel Hirsch (1870 – 1953) wurde 1913 "der erste weibliche preußische medizinische Professor", allerdings ohne Lehrauftrag geschweige denn Lehrstuhl und deshalb auch ohne Gehalt. Zu groß war noch das Vorurteil vom "physiologischen Schwachsinn des Weibes".


Gallenblasen mit aus Cholesterin gebildeten Facettensteinen. Feuchtpräparat von 1955. Foto: Christoph Weber

Aderlass durch den Nationalsozialismus

Die Nationalsozialisten entzogen dann ab 1933 über 145 Professoren und Dozenten an der Charité und der Berliner Medizinischen Fakultät aus "rassischen" oder politischen Gründen die Lehrerlaubnis. Viele Wissenschaftler emigrierten, andere wurden in Konzentrationslager deportiert. Die Anzahl der nicht-habilitierten Mitarbeiter, die aus den gleichen Gründen ihren Arbeitsplatz verloren, war um ein Vielfaches größer.

Die verbliebenen Mitarbeiter waren Anhänger des Nazi-Regimes oder arrangierten sich mit ihm. Der Psychiater und Neurologe Max de Crinis (1889 – 1945) – ab 1938 Bonhoeffers Nachfolger in der Psychiatrischen und Nervenklinik der Charité – und der Rassenhygieniker Fritz Lenz (1887 – 1976) wirkten an dem "Euthanasie"-Programm mit.

Dagegen hatte der Pharmakologe Otto Krayer (1899 – 1982) als einziger "arischer" Wissenschaftler 1933 die Courage, einen infolge Vertreibung frei gewordenen Lehrstuhl abzulehnen; er erhielt darauf "Universitätsverbot" und emigrierte in die USA. Robert Havemann (1910 – 1982) hatte großes Glück im Unglück: Der Chemiker war aufgrund seiner kommunistischen Gesinnung zum Tode verurteilt worden. Im Zuchthaus beauftragte ihn aber sein Institutsleiter, der Pharmakologe Wolfgang Heubner (1877 – 1957), mit "kriegswichtigen Forschungen" und bewahrte ihn somit vor der Hinrichtung.

Prestigeobjekt der DDR

1951 wurden Charité und Universitätsklinikum zur "Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität" vereinigt. Nach der Beseitigung der Kriegsschäden wurde 1959 ein Neubau für die Geschwulstklinik (Tumorklinik) und Hautklinik seiner Bestimmung übergeben. Die Geschwulstklinik war 1951 auf Initiative des Radiologen Fritz Gietzelt (1903 – 1968) gegründet worden; demgemäß stand hier die Strahlentherapie im Vordergrund.

Im Jahr 1960 hatte die Charité 2800 Betten, in denen 27.000 Kranke stationär behandelt wurden. Des Weiteren wurden 390.000 Patienten ambulant versorgt. Die Charité zählte 17 Kliniken und 16 Institute, darunter neu gegründete für Endokrinologie, Transfusiologie und Transplantologie. Später kamen ein Institut für kardiovaskuläre Diagnostik sowie eigene Kliniken für Anästhesiologie, Intensivtherapie, Urologie und Nuklearmedizin hinzu. Auch richtete man zwei neue Studiengänge für Pflegewissenschaft und Medizinpädagogik ein.

Ab den 70er Jahren wurde die Bausubstanz abermals saniert, und ein 20-geschossiger Neubau, das "Chirurgisch Orientierte Zentrum", kam hinzu. Molekulare und zelluläre Biologie und Pathologie, Medizinische Biotechnologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Organ- und Gewebetransplantation, künstliche Organe sowie die Neurowissenschaften waren die Forschungsschwerpunkte in dieser Zeit.


Herz mit vierfachem Bypass, Feuchtpräparat von 1986. Foto: Christoph Weber

Umstrukturierung nach der Wende

Nach der Wende war das Schicksal des traditionsreichen Klinikums zunächst ungewiss. Dann wurde beschlossen, die Charité zu reorganisieren und mit anderen Kliniken zu fusionieren. 1995 wurde das "Universitätsklinikum Rudolf Virchow", seit 1986 in Trägerschaft der Freien Universität (FU), an die Humboldt-Universität (HU) angeschlossen. Ende 1997 fusionierte die Charité mit der Robert-Rössle- sowie der Franz-Volhard-Klinik in Buch. Im Jahr 2003 kam auch das "Universitätsklinikum Benjamin Franklin" in Steglitz mit über 1200 Betten und 36 wissenschaftlichen Einrichtungen hinzu; seither gehört die "Charité – Universitätsmedizin Berlin" gleichermaßen zur FU und HU.

Laut Statistik war die Charité im Jahr 2007 mit mehr als 14.500 Mitarbeitern, 3240 Betten und 128.000 stationären und über einer Million ambulanten Patienten das größte Universitätsklinikum Europas. Mehr als 7500 Studierende wurden in Human- oder Zahnmedizin, Medizin- und Pflegepädagogik/Pflegewissenschaft, Medizinischer Physik und Medical Neuroscience ausgebildet. An mehreren tausend Forschungsprojekten waren über 3000 Wissenschaftler beteiligt.


Reinhard Wylegalla

Literaturtipps*


Johanna Bleker und Volker Hess (Hrsg.)

Die Charité: Geschichte(n) eines Krankenhauses

299 S., zahlr. Abb., geb. 69,80 Euro

Akademie Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-05-004525-2


Rainer Herrn (Hrsg.)

Die Charité zwischen Ost und West (1945 – 1992): Zeitzeugen erinnern sich

432 S., zahlr. Abb., kart. 24,95 Euro

be.bra wissenschaft, Berlin 2010, ISBN 978-3-937233-70-3


Ernst Peter Fischer

Die Charité: ein Krankenhaus in Berlin 1710 bis heute

287 S., zahlr. Abb., geb. 19,95 Euro

Siedler Verlag, München 2009, ISBN 978-3-88680-880-9


Thomas Schnalke und Isabel Atzl (Hrsg.)

Dem Leben auf der Spur im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité

320 S., 411 farbige Abb., 84 s/w Abb., geb. 49,95 Euro

Prestel Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7913-5036-3


Beate Kunst (Hrsg.)

Der zweite Blick: besondere Objekte aus den historischen Sammlungen der Charité

284 S. zahlr. Abb., kart. 49,95 Euro

de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022698-0


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* Siehe auch: http://charite300.charite.de/produkte/publikationen