Gesundheitspolitik

75% aller Apotheken sind in Kooperationen

Die Branche trifft sich beim Kooperationsgipfel in München

München (diz). Über drei Viertel aller deutschen Apotheken haben sich mittlerweile einer Kooperation angeschlossen. Knapp ein Viertel davon gehört sogar zwei oder mehreren Kooperationen an. Die Gründe, unter das Dach einer Kooperation zu schlüpfen, liegen in erster Linie in verbesserten Einkaufskonditionen und in Marketingkonzepten.

Auf dem Kooperationsgipfel 2011, den der Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) am 3. und 4. Februar in München veranstaltete, traf sich die Branche und diskutierte die Zukunft der Kooperationen und Auswirkungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

Dr. Stefan Hartmann, 1. Vorsitzender des BVDAK, stellte angesichts der Herausforderungen, die auf die Apotheken zukommen, fest: "Unsere heilberufliche Zukunft wird politisch und betriebswirtschaftlich entschieden." Festzustellen sei, dass Apotheken unter dem Kostendruck durch das AMNOG Leistungen abbauen, die betriebswirtschaftlich nichts bringen, aber eigentlich zum Wesen einer Apotheke gehören. Dies sei zwar verständlich, aber langfristig kritisch zu sehen.

Warten auf die Novelle der ApBetrO

Vor diesem Hintergrund erwartet Hartmann mit Spannung den Entwurf für die Novelle der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Kritisch betrachtete er den Umgang der Berufsvertretung ABDA mit der Diskussion um die ApBetrO. Für ihn ist es unverständlich, dass die ABDA ihre Stellungnahme zur ApBetrO angesichts der Bedeutung für die Zukunft der Apotheke nicht öffentlich gemacht und öffentlich diskutiert hat.

Linda, vivesco und Co. mit besten Zukunftschancen

Einer Untersuchung des Apotheken-Management-Instituts zufolge haben die großhandelsgestützten Kooperationen wie beispielsweise Linda, vivesco oder Guten-Tag-Apotheken gefolgt von easyApotheke, DocMorris und farmaplus die größten Zukunftschancen. Aber auch regionale Verbünde sind in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen, so die Studie.



AZ 2011, Nr. 6, S. 8

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