Gesundheitspolitik

Werbung von Online-Apotheken: Google zahlt 500 Mio. US-Dollar

Internet-Konzern wendet mit Vergleich Ermittlungen ab

NEW YORK/BERLIN (dpa-AFX). Google zahlt eine halbe Milliarde US-Dollar, um Ermittlungen wegen unerlaubter Werbung kanadischer Online-Apotheken in den USA beizulegen. Der gewaltige Betrag orientiere sich an den Erlösen des Internet-Konzerns aus den Werbeanzeigen sowie den Einnahmen der Pharmahändler, teilte das US-Justizministerium am 24. August in Washington mit. Der Vergleich kommt nicht überraschend: Google hatte eine Rückstellung von 500 Millionen Dollar wegen Regierungsermittlungen bereits im Mai bekanntgegeben.

Das Problem war schon seit 2003 bekannt, Google ging nach eigenen Angaben gegen die illegalen Anzeigen vor, allerdings tauchten sie trotzdem immer wieder auf. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass Google jahrelang Geschäfte kanadischer Online-Apotheken mit US-Bürgern toleriert habe. Es ist verboten, Medikamente aus dem Ausland in den USA zu verkaufen, weil sie grundsätzlich ein Zertifikat der Pharma- und Lebensmittelbehörde FDA bekommen müssen.

Suchmaschinen können ernsthafte Konsequenzen drohen, wenn sie von illegalen Aktivitäten im Internet profitieren. In einem ähnlichen Fall hatten Google, Microsoft und Yahoo im Jahr 2007 Ermittlungen wegen Werbung illegaler Wett-Websites mit der Zahlung von insgesamt 31,5 Millionen Dollar beigelegt.

Google hatte betont, dass es schwierig sei, solche unerlaubte Werbung zu unterbinden, da Firmen ihre Werbung über ein Selbstbedienungssystem platzieren können. Im September hatte Google selbst gegen solche Firmen geklagt, die Anzei-gen schalten, obwohl sie es nicht dürfen.



AZ 2011, Nr. 35, S. 2

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