Gesundheitspolitik

Transplantationen auf Höchststand

4205 Spenderorgane

Berlin (ks). Noch nie konnte in Deutschland so vielen Patienten mit einer Transplantation geholfen werden wie 2010. Nach vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben im vergangenen Jahr 1296 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Diese Zahl ist bundesweit um 6,5 Prozent bzw. 79 Spender gestiegen.

Vor allem stieg aber auch die Zahl der gespendeten Organe deutlich von 3897 auf 4205. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4326 Transplantationen durchgeführt, 2009 waren es noch 4051. Damit haben sowohl die Zahl der gespendeten Organe als auch die der Transplantationen einen neuen Höchststand erreicht.

"Nach dem Einbruch der Organspendezahlen 2008 und dem Stillstand 2009 geht es nun wieder aufwärts", freut sich Prof. Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der bundesweiten Koordinierungsstelle für Organspenden DSO. Optimistisch stimmen ihn vor allem die positiven Entwicklungen in einigen Regionen Deutschlands. Als Beispiel führt er die DSO-Regionen Mitte und Nord an, in denen die Zahl der Organspender um über 45 bzw. 11 Prozent gestiegen ist. "Dies zeigt uns, dass auch hierzulande genügend Potenzial vorhanden ist, um die Organspendezahlen vergleichbar wie in anderen Ländern noch weiter zu steigern", folgert Kirste.

Dass mehr möglich wäre, belegt auch eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse: Danach stehen zwar acht von zehn Deutschen der Organspende positiv gegenüber. Dennoch besitzen 86 Prozent keinen Organspendeausweis, auf dem sie ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende dokumentiert haben.



AZ 2011, Nr. 3, S. 3

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