Gesundheitspolitik

Zuversichtliche Versender

BVDVA-Kongress: Große Versandapotheken gut gestimmt

Berlin (lk). Deutschlands große Versandapotheken schauen optimistisch in die Zukunft. Einer internen Mitgliederbefragung des Bundesverbands Deutscher Versandapotheker (BVDVA) zufolge erwarten die Marktführer eine weiter positive Geschäfts- und Umsatzentwicklung. Insgesamt schwächt sich nach Daten von IMS Health das Wachstum in der Branche jedoch leicht ab.

"Bedingt durch die kontinuierlich steigende Akzeptanz des E-Commerce erwarten unsere Mitglieder stark steigende Umsätze im Bereich der rezeptfreien Medikamente. Auch der Tierarzneimittelversand wird als Chance gesehen", skizzierte der BVDVA-Vorsitzende Christian Buse die Stimmung der Branche anlässlich des 4. BVDVA-Kongresses am 26. Mai in Berlin.

Zehn der umsatzstärksten deutschen Versandapotheken hatten an der Umfrage teilgenommen, die von der Unternehmensberatung Sempora ausgewertet wurde. Die Einschätzung der Marktentwicklung rezeptpflichtiger Medikamente wurde allerdings heterogen bewertet: Hintergrund dürften die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der BVDVA-Mitglieder sein. Auch die jeweilige Bewertung der zu erwartenden Rechtsprechung hinsichtlich der Gewährung von Rabatten auf rezeptpflichtige Arzneimittel ausländischer Anbieter spiele eine Rolle. Immerhin setze nur die Hälfte der Befragten auf die Vermarktung rezeptpflichtiger Medikamente.

Neun der zehn Befragten, die im Schnitt 165 Mitarbeiter beschäftigen, planen weitere Mitarbeiter einzustellen sowie Investitionen in den Ausbau der Service- und Beratungskompetenz. Als größte Herausforderung betrachten die Versandapotheker die Gerichtsentscheidung um die Gewährung von Rabatten im Bereich rezeptpflichtiger Arzneimittel sowie die Entwicklung glaubwürdiger Kundenvorteile für die verschreibungspflichtigen Medikamente. Hier seien auch gesetzgeberische Impulse gefordert, um gleiche Rahmenbedingungen in Europa zu schaffen.

Indessen zeigen Daten von IMS Health, dass sich das im Vorjahr noch zweistellige Wachstum des Versandhandels mit Arzneimitteln seit Jahresbeginn leicht abgeschwächt hat. Außerdem haben die Verbraucher ihr Kaufverhalten bei Versandapotheken geändert: Orderten sie in den vergangenen Jahren dort vorwiegend hochpreisige Produkte, bedienen sie sich nun in allen Sortimenten. Unterm Strich verzeichnete der Versandhandel dennoch ein starkes, wenn auch nicht mehr zweistelliges, Wachstum. Der Versandhandelsanteil am Apothekenmarkt mit rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsmitteln lag im März mit 65,9 Millionen Euro bei 11%.



AZ 2011, Nr. 22, S. 2

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