Gesundheitspolitik

PKV-Versicherte sparen bei Arzneimitteln

Immer mehr Privatpatienten greifen zu Generika

Berlin (az). Immer mehr Privatpatienten meiden Originalpräparate und greifen in der Apotheke zu preiswerteren Generika. Nach einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) sinkt dadurch der Kostenunterschied zwischen PKV- und Kassenpatienten pro verschreibungspflichtiges Medikament auf nur noch 12 Euro.

Immer mehr Privatpatienten verhielten sich kostenbewusster und entschieden sich für wirkungsgleiche, aber preisgünstigere Generika, schreibt das WIP. Dadurch habe sich der Kostenunterschied pro Arzneimittelverordnung zwischen PKV und GKV im Vergleich zu den Vorjahren verringert. Er betrug im Jahr 2008 noch 13,50 Euro und im Jahr 2007 noch 14,51 Euro.

Die Hauptursache für den Rückgang des Kostenunterschiedes ist der zunehmende Anteil an Generika in der PKV: Die Generikaquote im generikafähigen Markt lag im Jahr 2009 bei 55,2 Prozent und damit um 3,8 Prozentpunkte höher als im Jahr 2008 und 8,8 Prozentpunkte höher als 2007. In der GKV beträgt die Generikaquote allerdings knapp 90 Prozent – eine Folge des Wirtschaftlichkeitsdrucks und der Rabattverträge. Privatversicherte können dagegen entsprechend ihren Wünschen entweder ein preisgünstiges Generikum oder das Originalpräparat erhalten.

Die privaten Kassen werden sich über die Entwicklung freuen. Weitere Einsparungen im Arzneimittelbereich können sie durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz erwarten. So soll auch die PKV seit diesem Jahr von den für die GKV vorgesehenen Herstellerrabatten profitieren. Zudem sollen die zwischen GKV-Spitzenverband und Pharmaherstellern ausgehandelten Erstattungspreise für patentgeschützte Arzneimittel auch für die PKV gelten.



AZ 2011, Nr. 15, S. 2

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