Gesundheitspolitik

Stada verhandelt über Zukäufe

Sinkende Umsätze in Deutschland und Serbien

Frankfurt (dpa/ks). Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will der Pharmahersteller Stada sein Geschäft mithilfe von Zukäufen auf eine noch breitere Basis stellen. "Wir haben ganz aktuell mehrere interessante Projekte in der Bearbeitung", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stada Arzneimittel AG, Hartmut Retzlaff, bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Frankfurt. "Sicher ist, wir werden in diesem Jahr zukaufen – seien es Marken oder auch Firmen." Eine Kapitalerhöhung sei dafür nicht notwendig. "Was wir nicht tun werden ist, im Generikamarkt in Deutschland zu akquirieren."

Insgesamt sieht sich der Generikahersteller trotz Herausforderungen in manchen Märkten – insbesondere Deutschland und Serbien – auf gutem Weg, bei Umsatz und Ertrag weiter zu wachsen und die "ehrgeizigen Langfristziele für 2014 zu erreichen". 2014 soll der Umsatz etwa 2,15 Mrd. Euro und der Konzerngewinn etwa 215 Mio. Euro erreichen. Das erste Quartal 2011 sei besser gelaufen als die ersten drei Monate des Vorjahres. Im Gesamtjahr soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Dieser Wert – bereinigt um Sondereffekte und zum Teil Währungseinflüsse – lag 2010 bei 315,9 Mio. Euro.

Im vergangenen Jahr war der Überschuss bei Stada um 32 Prozent auf 68,4 Mio. Euro eingebrochen. Stada erklärte das mit Problemen im Geschäft in Serbien und hoher Kosten für den Konzernumbau. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf rund 1,63 Mrd. Euro. Damit bestätigte Stada Ende Februar vorgelegte vorläufige Zahlen. Die Dividende soll von 55 Cent im Vorjahr auf 37 Cent je Aktie sinken.

Deutscher Generikamarkt verliert an Bedeutung

Für 2011 erwartet Stada eine Erholung des Geschäfts in Serbien. "Serbien ist operativ auf dem besten Weg", sagte Retzlaff. Auf dem nach wie vor wichtigsten Markt Deutschland (31,7 Prozent Anteil am Gesamtumsatz; Vorjahr: 33,9 Prozent) stellt sich das Unternehmen dagegen auf weitere Umsatzrückgänge ein: Insbesondere das Geschäft mit Nachahmermedikamenten sei von sinkenden Preisen gekennzeichnet. So reduzierte sich der Umsatz des deutschen Generika-Segments im Berichtsjahr bereits um 6 Prozent auf 401,7 Mio. Euro (Vorjahr: 426,3 Mio. Euro). "Der Generikabereich in Deutschland verliert für die Stada-Gruppe immer mehr an Bedeutung", erklärte Finanzvorstand Helmut Kraft. Der im zweiten Kernsegment des Konzerns – den Markenprodukten – erreichte Umsatz nahm im Berichtsjahr dagegen um 9 Prozent auf 111,9 Mio. Euro (Vorjahr: 103,1 Mio. Euro) zu. Insgesamt lag der Anteil, den Stada im deutschen Markt mit Markenprodukten erzielte, in 2010 bei 22 Prozent.

Besser sah es für Stada in Russland aus – dem für den Konzern zweitwichtigsten nationalen Markt. Hier stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 221,2 Mio. Euro. Im Generika-Segment stieg er um 18 Prozent auf 102,6 Mio. Euro, im Bereich der Markenprodukte lag das Plus bei 13 Prozent (118,2 Mio. Euro). Die Umsätze wuchsen damit ungeachtet einer zum 1. April 2010 eingeführten lokalen Preisregulation für sogenannte essenzielle Arzneimittel, von der laut Stada etwa 40 Prozent des lokalen Konzernumsatzes betroffen waren.



AZ 2011, Nr. 14, S. 3

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