Gesundheitspolitik

Die Schweinegrippe ist zurück

Die Aufregung um das H1N1-Virus ist jedoch abgeflacht

Berlin (dpa/az). Die Grippe-Saison ist angelaufen. In diesem Winter ist das H1N1-Virus – allgemein bekannt als Schweinegrippe-Virus – das dominierende Influenzavirus. Fast drei Viertel aller Grippefälle gehen laut Robert Koch-Institut (RKI) derzeit auf das Konto dieses Erregers. Er bereitet allerdings nicht mehr so viel Sorge wie im Jahr 2009/10.

Silke Buda von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) sagte am 7. Januar der dpa, die Schweinegrippeviren "haben sich jetzt in den saisonalen Rhythmus eingereiht und treten verstärkt auf". Dasselbe sei auch bei früheren Influenza-Pandemien beobachtet worden. Es sei nach wie vor so, dass die meisten Erkrankungen eher leicht sind. Fieber über 39 Grad, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen, allgemeine Schwäche, Schnupfen und trockener Reizhusten sind die üblichen Symptome. In der Folge kann es aber auch zu zusätzlichen Infektionen wie Lungenentzündungen kommen, die im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Dies sei bei der Schweinegrippe nicht anders als bei anderen Influenza-Erkrankungen, betonte die Grippe-Expertin. Buda rät auch jetzt noch zur Impfung – selbst wenn der Impfschutz erst etwa 14 Tage nach der Impfung aufgebaut ist. Ansonsten werden die üblichen Vorsorgemaßnahmen empfohlen: häufiges Händewaschen und Abstand zu erkrankten Personen.

Neben der Schweinegrippe, die ein Influenzavirus vom Typ A ist, spielt nach Daten der AGI noch die Influenza-B eine Rolle. Das gewöhnliche saisonale Influenza-A-Virus vom Subtyp H3N2 sei weitgehend von den H1N1-Viren verdrängt worden. Während der letzten Influenzasaison seien in Deutschland fast ausschließlich H1N1-Viren zirkuliert, sagte Buda.



AZ 2011, Nr. 1-2, S. 8

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