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Deutsche ordern am häufigsten Rx ohne Rezept

BERLIN (ks). Laut einer Studie im Auftrag des US-Pharmakonzerns Pfizer beträgt der Umsatz mit gefälschten Medikamenten in Europa jährlich 10,5 Mrd. Euro. Dass das Problem derart zunimmt, ist nicht zuletzt der Nachfrage geschuldet. Vor allem in Deutschland werden offenbar rege verschreibungspflichtige Arzneimittel gekauft, für die kein Rezept vorgelegt werden muss.

In einer Umfrage des Beratungsunternehmens Nunwood haben in Deutschland 38 Prozent der Befragten eingeräumt, schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept gekauft zu haben. Damit liegt Deutschland an der europäischen Spitze. Mit 37 Prozent folgt Italien knapp dahinter, Spanien und Norwegen teilen sich mit 30 Prozent den dritten Rang. In Italien wird auch das meiste Geld für diese – potenziell gefälschten – Präparate ausgegeben, nämlich rund 3,58 Mrd. Euro. Deutschland liegt mit 2,75 Mrd. Euro an zweiter Stelle.

Erstaunlicherweise gaben nur 29 Prozent der Befragten an, diese Präparate über das Internet bestellt zu haben. Wo die rezeptpflichtigen Arzneimittel sonst ohne Verschreibung gekauft wurden, bleibt offen. Ohnehin ist die Umfrage unter 14.000 Europäern in 14 Ländern (1000 in Deutschland) mit Vorsicht zu genießen. Durchgeführt wurde sie über das Online-Portal Toluna, das Internet-User per E-Mail zur Teilnahme an der Umfrage einlud. Von dieser ausgewählten Internet-affinen Befragtengruppe erklären 77 Prozent ihre Online-Bestellungen von Arzneimitteln damit, dass es praktischer sei, über das Web zu ordern. 58 Prozent meinen, sie könnten damit Geld sparen.

Am häufigsten werden Diätpillen bestellt

Die am häufigsten gekauften Medikamente sind der Umfrage zufolge Diät-Pillen (45 Prozent), gefolgt von Grippenmedikamenten (35 Prozent) und Mittel gegen Erektionsstörungen (25 Prozent). Weniger als die Hälfte macht sich dabei Gedanken darüber, dass die Medikamente gefälscht sein könnten. So glaubt etwa ein Drittel der Viagra-Besteller, für dieses Präparat sei gar kein Rezept erforderlich. Lediglich 12 Prozent gehen gar davon aus, dass es sich auch bei diesen rezeptfrei erhältlichen Arzneien stets um Originale handelt. 23 Prozent der Befragten halten es nicht für ein riskantes Unterfangen, auf das Rezept zu verzichten. Immerhin sagt mit 71 Prozent noch die Mehrheit, dass es ihre Kaufentscheidung beeinflussen würde, wenn sie wüssten, dass es sich um gefälschte Arzneimittel handelt, 14 Prozent würde ein solches Wissen dennoch nicht vor dem Internetkauf abhalten.

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