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Die Hilfe weitet sich aus

MÜNCHEN (hba/daz). Mehr als fünf Tonnen Arzneimittel und medizinische Güter hat "Apotheker helfen e. V. – Hilfswerk der Bayerischen Apotheker" seit dem verheerenden Erdbeben bereits nach Haiti gebracht. Inzwischen kooperieren die bayerischen Apotheker auch mit Hilfsorganisationen, die außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince tätig sind.
Es fehlt an allem Die Bedingungen für Patienten und Ärzte sind in Haiti nach wie vor schwer.
Foto: Bayerisches Hilfswerk

Medikamente, Verbandstoffe, OP-Material und Wasserentkeimungstabletten: Das sind die "Hits" der Hilfssendungen aus Bayern. Die Güter nach WHO-Qualitätsstandards sind bei allen Einsatzteams hoch begehrt. "Immer wieder erreichen uns Hilferufe unserer Partnerorganisationen, die dringend Arzneimittel, vor allem Analgetika, Anästhetika und Antibiotika brauchen", berichtet der Geschäftsführer des bayerischen Hilfswerks, Dr. Gerhard Gensthaler. Dabei ist das bayerische Hilfswerk eingebunden in ein internationales Netz der humanitären Hilfe. "Beispielsweise bat uns die österreichische Organisation Hope ‘87 um Hilfe für die Salesianer, die in Port-au-Prince unter anderem mehrere Armenschulen betreiben." Ein großes Emergency-Health-Kits und eine halbe Million Wasserentkeimungstabletten sind bereits auf dem Weg in die Dominikanische Republik, wo sie von den Salesianern sehnsüchtig erwartet werden. Kurz vor der Versendung steht ein weiteres Versorgungspaket. Auf Vermittlung der I.S.A.R. Germany wird es belgische Ärzte in einem Feldhospital bei ihrer Arbeit unterstützen.

Impfstoffe und Spezialantibiotika

"Das bayerische Hilfswerk wird die Menschen in Haiti noch längere Zeit unterstützen", versichert der Vorsitzende Thomas Benkert. Der Apotheker verweist darauf, dass die erste Phase der Soforthilfe zu Ende gehe und nun vielerorts Spezialarzneimittel und mittelfristige Hilfe benötigt werden. So konnte das Hilfswerk ein Team der Kinderhilfsorganisation "Unsere Kleinen Brüder und Schwestern" mit Cholera- und Typhus-Impfstoffen sowie Reserve-Antibiotika ausrüsten. "Mit solchen Spezialsendungen reagieren wir auf Anfragen von erfahrenen Ärzten, die vor Ort arbeiten und den Bedarf genau kennen", erklärt Gensthaler. Gemeinsam mit dem Arzneimittelhilfswerk Action medeor werden jetzt auch Standardkits modifiziert, damit sie dem aktuellen Bedarf besser entsprechen.

Raus aus der Hauptstadt

Inzwischen verlassen viele Helfer die haitianische Hauptstadt, um den Menschen in der Umgebung zu helfen. Für Gensthaler eine positive Entwicklung: "Natürlich unterstützen wir unsere Partnerorganisationen weiter, wenn sie in anderen Regionen des Inselstaats arbeiten." So auch das Ärzteteam von NAVIS, freiwillige Flughafenfeuerwehr München, unter Leitung von Dr. Thomas Geiner. Die deutschen Ärzte haben die Klinik St. Damien in Port-au-Prince verlassen und ihr Feldhospital in der 30.000-Einwohner-Stadt Leogane aufgeschlagen. Hier operieren sie gemeinsam mit kubanischen und amerikanischen Kollegen im Drei-Schicht-Betrieb, also rund um die Uhr, hat Gensthaler per SMS erfahren. Das nächste NAVIS-Team mit vier Chirurgen, einem Anästhesisten, vier Krankenpflegern und zwei Technikern wird in den nächsten Tagen in die Karibik aufbrechen. Antibiotika, Analgetika, Desinfizientien, OP-Besteck: Geiners "Wunschliste" der dringendsten Hilfsgüter wird bereits bearbeitet.

Eine neue Kooperation bereitet das Hilfswerk mit dem Förderverein "Hilfe für Haiti e. V." vor. Der Regensburger Verein unterstützt seit Jahren Schulprojekte in der Stadt Gonaives und bat jetzt die Apotheker um Hilfe. Viele Erdbebenopfer würden nach Gonaives ins Krankenhaus gebracht und dort von kubanischen Ärzten versorgt. Doch "es fehlt an allem", zumal der Nachschub an Arznei- und Lebensmitteln ausbleibt. Aus diesem Grunde wird Apotheker Helfen e.V. eine große Sendung mit Arzneimitteln, Verbandstoffen, OP-Material und Spezialnährmitteln sowie deren Transport finanzieren. Da die Stadt einen Hafen hat, sollen die Hilfsgüter per Schiff zu der Karibikinsel gelangen.

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