DAZ aktuell

Jede zweite Frau und jeder dritte Mann wird dement

BERLIN (dpa/ks). Mehr als jeder dritte Bundesbürger wird im Laufe seines Lebens dement und braucht Pflege. Die künftig stark wachsende Zahl der Altersverwirrten bringt voraussichtlich deutlich steigende Pflegekosten. Das geht aus dem am 30. November in Berlin veröffentlichten Pflegereport 2010 der Krankenkasse BarmerGEK hervor.

Fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann muss derzeit damit rechnen, dement zu werden. 29 Prozent der männlichen und 47 Prozent der weiblichen Versicherten, die 2009 im Alter von über 60 Jahren verstarben, hatten eine Demenzdiagnose. Gegenwärtig geht das Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen (ZeS), das den Report erstellt hat, von 1,2 Millionen Demenzkranken aus. Für das Jahr 2030 prognostizieren die Wissenschaftler einen deutlichen Anstieg auf 1,8 Millionen und für 2060 auf 2,5 Millionen.

Der Vorstandsvize der BarmerGEK, Rolf-Ulrich Schlenker, zeigte sich alarmiert. Demenzpatienten müssten länger und intensiver gepflegt werden. Gebraucht werde eine tragfähige Lösung. Er appellierte an die Koalition, die Neuausrichtung der Pflege zu forcieren. Bevor die Politik alternative Versicherungs- und Finanzierungsformen ins Spiel bringe, solle sie sich zuerst über den künftigen Leistungsinhalt und -umfang der Pflegeversicherung verständigen. Skeptisch zeigte sich Schlenker zu dem Reformplan der Koalition fürs kommende Jahr, mit neuen Beiträgen längerfristig eine Kapitalsäule aufzubauen.

In Brandenburg war der Anteil der Pflegebedürftigen bei den Menschen über 75 zuletzt mit rund 32 Prozent am höchsten – in Baden- Württemberg mit 22 Prozent am niedrigsten. Hohen Pflegebedarf gibt es in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern (30 Prozent) und Niedersachsen (28 Prozent). Rheinland-Pfalz und das Saarland zählen mit 24 Prozent zu den Ländern mit dem geringsten Pflegebedarf. Der Report stützt sich unter anderem auf eine repräsentative Auswertung der Daten von 8,6 Millionen Versicherten.

Das könnte Sie auch interessieren

Apokix-Konjunkturindex: Stimmung leicht im Aufwind

Jeder Zweite setzt auf Differenzierung

BPI mahnt: Therapie darf nicht abhängig vom Portemonnaie sein

Jeder Dritte ist Allergiker

Der Bedarf an Blutspenden nimmt weiter zu

Blutspende - jeder Tropfen zählt

Preisverleihung der Stiftung Rufzeichen Gesundheit!

Gesund in jedem Lebensalter

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.