Aus Kammern und Verbänden

Heidelberger Herbstkongress

Der 33. Heidelberger Fortbildungskongress war den Allergien gewidmet. An der von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg organisierten Veranstaltung nahmen am 20. und 21. November 2010 rund 1000 Apothekerinnen und Apotheker teil. In sechs Vorträgen informierten sich die Zuhörer im großen Hörsaal des Universitätsgeländes Neuenheimer Feld über unterschiedliche Erscheinungsformen und Behandlungsarten allergischer Erkrankungen.
Besucherrekord in Heidelberg: 1000 Teilnehmer besuchten den diesjährigen Fortbildungskongress.
Foto: DAZ/pj

In einem einleitenden Vortrag legte Prof. Dr. Heiko Mühl, Frankfurt, neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie allergischer Erkrankungen dar und zeigte aktuelle therapeutische Aspekte auf. Innovative Therapien sind für etwa 5 bis 10% aller Allergiker indiziert, die nicht auf eine Standardtherapie ansprechen. Zu den neuen Wirkstoffen gehören der IgE-neutralisierende Antikörper Omalizumab und der Interleukin-2-Blocker Daclizumab, ferner die Wirkstoffe Pitrakinra (IL-4/IL-13-Blocker) und R112, die derzeit bei Patienten mit allergischer Rhinitis in Phase-II-Studien geprüft werden.

Zwei praxisbezogene Vorträge befassten sich mit Diagnostik und Therapie von Heuschnupfen und Asthma. In seinen Ausführungen legte Prof. Dr. Thomas Wagner, Frankfurt, einen Schwerpunkt auf das Thema Asthma und Sport, während Prof. Dr. Knut Schäkel, Heidelberg, die unterschiedlichen Möglichkeiten der Desensibilisierung in den Mittelpunkt seiner Erläuterungen stellte.

Allergische Hautreaktionen

Prof. Dr. Hans Merk, Aachen, und Prof. Dr. Johannes Weis, Ulm, befassten sich mit allergischen Hautreaktionen auf Arzneimittel. Diese unerwünschten Wirkungen können Merk zufolge auf On-target-Wirkungen und auf Off-target-Wirkungen beruhen. Erstere werden durch die Eigenschaften des Pharmakons verursacht, bei den Letzteren spielt die individuelle Disposition des Patienten zusätzlich eine Rolle. Pathophysiologisch werden allergische Hautreaktionen in Reaktionen vom Sofort-Typ, in zytotoxische Reaktionen, in Immunkomplexreaktionen und in Spätreaktionen eingeteilt. Weis erläuterte jeden einzelnen Typ und führte zahlreiche Beispiele an.

Im Schlussvortrag befasste sich Prof. Dr. Tilo Biedermann aus Tübingen mit Nahrungsmittelallergien und zeigte die Diskrepanz zwischen vermuteten und tatsächlich diagnostizierten Nahrungsmittelallergien auf. Nur durch eine sachgerechte Diagnostik kann die echte Allergie erkannt und von Intoleranzen und anderen Beschwerden abgegrenzt werden. Ein Überblick über die häufigsten Nahrungsmittelallergien bei Kindern und Erwachsenen und eine Übersicht zu möglichen Behandlungsarten rundeten den Kongress ab.


pj

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