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Apotheker helfen e.V. baut Hilfe in Haiti aus

Die Zahl der Cholera-Opfer in Haiti steigt nach wie vor. In der Zwischenzeit spricht man von weit mehr als 1500 Toten und ca. 30.000 Infizierten. Die Hilfsorganisation Apotheker helfen e. V. wird daher ihr Engagement in Haiti weiter ausbauen.
Überlastete Kliniken Cholera-Patienten warten auf weitere Behandlung In einem pro­visorischen Krankenhaus.
Fotos: UKBS

" … Die Leichenhalle der Gemeinde nimmt aus Angst vor Cholera keine Toten mehr an. Man kann nicht einmal den Müll zur normalen Müllhalde fahren, ohne von den Nachbarn – ebenfalls aus Angst vor Cholera – mit Steinen beworfen zu werden. Wir äschern unsere Toten selbst ein. …" das schrieb Pater Richard Frechette von der Kinderhilfsorganisation Unsere kleinen Brüder und Schwestern (UKBS) in Haiti vergangene Woche.

Deutlicher kann die Situation auf dieser leidgeprüften Insel nicht beschrieben werden.

Hilfsgüter warten auf den Transport

Apotheker helfen e.V. hat im engen Kontakt mit UKBS, Humedica, I.S.A.R. Humanity First und LandsAid bereits mit der Hilfe vor Ort begonnen. Humanity First hat eine halbe Million Wasserentkeimungstabletten von Apotheker helfen e.V. in Cap Haitien an örtliche Hilfsorganisationen verteilen können. Zusammen mit I.S.A.R. wird versucht, eine mobile Krankenstation ebenfalls mit Wasserentkeimungstabletten, ORS (orales Rehydratationssalz), Infusionen und den nötigen Geräten zu unterstützen. Langwierige Zollformalitäten machen aber eine schnelle Hilfe fast unmöglich. Derzeit plant LandsAid auf Bitten von UKBS einen Einsatz am Krankenhaus St. Damien in Port-au-Prince in Haiti mit mehreren Ärzten und Krankenpflegern. Dort werden gerade zwei zusätzliche Großzelte mit jeweils 16 Betten aufgestellt, so dass die Station auf 100 Betten anwächst. Die Bedarfsliste des Krankenhauses ist lang und beinhaltet Infusionslösungen, Infusionsbesteck, ORS, verschiedene Antibiotika, Einmalhandschuhe und diverse Pflegeutensilien. Apotheker helfen e.V. hat das Material verpackt und wartet nur noch auf ein Zeichen für einen sicheren Transport, der derzeit nicht unbedingt gewährleistet ist. Zusätzlich werden nicht nur im Krankenhaus St. Damien selbst, sondern auch in den benachbarten Zeltstädten die durch den letzten Hurrikan zerstörten Zelte wieder aufgebaut.


Pater Richard Frechette, Leiter von UKBS, im Einsatz in Grand Saline.

Erfolgreiche Seuchenproohylaxe

Jetzt zeigte sich, dass Prävention auch in Haiti wirkt. Apotheker helfen e.V. hat bereits im Juli und August zusammen mit UKBS in vier Zeltstädten mit großem finanziellem Aufwand stabile Toiletten und Duschen bauen lassen. Diese Form der Seuchenprophylaxe hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Aus diesen Zeltstädten wurde bisher keine Infektion mit Cholera gemeldet.

Apotheker helfen e.V. – Hilfswerk der Bayerischen Apotheker wurde 1999 gegründet. Vereinszweck ist die Unterstützung Hilfsbedürftiger in Krisengebieten, bei Naturkatastrophen, Krankheit oder Armut. Hierzu werden in erster Linie aus Spenden finanzierte Arznei- und Verbandmittel, Krankenpflegeartikel und medizinisches Gerät kostenlos zur Verfügung gestellt. Der gemeinnützige Verein wird gemeinsam getragen vom Bayerischen Apothekerverband und der Bayerischen Landesapothekerkammer.

Spendenaufruf


Trotz aller Schwierigkeiten, die Hilfe wirklich dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht wird, wird Apotheker helfen e.V. seine Anstrengungen beim Kampf gegen die Cholera in Haiti fortsetzen und ausbauen. Hierzu brauchen wir ganz dringend Ihre Spenden!

Spendenkonto:

Apotheker helfen e.V.

Konto-Nr.: 4 793 765

BLZ: 300 606 01

Deutsche Apotheker- und Ärztebank e. G. München

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