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Apotheker ohne Grenzen schicken weitere Hilfsgüter

(aog). Nach dem Ausbruch der Cholera in Haiti verbreitet sich die Erkrankung inzwischen rasend schnell auf der Karibikinsel. In der von Apotheker ohne Grenzen und der Caritas in Léogâne betriebenen Gesundheitsstation bereitet man sich auf das Schlimmste vor. Eine Hilfslieferung mit Infusionslösungen, Wasserentkeimungstabletten und Durchfallmedikamenten ist auf dem Weg von Deutschland nach Port au Prince.

Seit mehreren Wochen hält der Cholera-Ausbruch auf Haiti Hilfsorganisationen und Gesundheitsbehörden in Atem. Vor allem in den zahlreichen Zeltstädten, die nach dem Beben vom Januar errichtet wurden und immer noch tausende von Menschen beherbergen, hat die Krankheit leichtes Spiel. Denn hier fehlt es an sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. "Oft teilen sich bis zu 500 Menschen eine Latrine", so Dr. Joost Butenop vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg, der als medizinischer Leiter das Gesundheitsprojekt von Caritas und Apotheker ohne Grenzen betreut. Butenoop hatte sich erst vor wenigen Tagen einen Überblick über die Situation in Léogâne und Umgebung gemacht und kehrte jetzt nach Deutschland zurück. "Wir werden uns auf die Ankunft der Epidemie in Léogâne optimal vorbereiten", erklärt Ulrich Brunner, erster Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen. Eine weitere Hilfslieferung mit Durchfallmedikamenten, Wasserentkeimungstabletten und Infusionslösungen ist auf dem Weg nach Léogâne. Experten einer Bohrfirma aus Port au Prince sichern zudem die Trinkwasserversorgung im Gesundheitszentrum mit einem neuen Brunnen. Zudem stehen bei Bedarf weitere Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen für einen Einsatz bereit.

Seit März 2010 bemühen sich die Apotheker ohne Grenzen gemeinsam mit Caritas International um den Betrieb und weiteren Ausbau der Marie-Jean-Gesundheitsstation in Léogâne, ca. 30 km westlich von Port-au-Prince. Die Station, in der täglich zwischen 150 und 300 Patienten versorgt werden, soll in den nächsten Monaten zu einem Gesundheitszentrum ausgebaut werden. Die Apotheker ohne Grenzen verantworten den Bereich der Arzneimittellogistik und Medikamentenabgabe. Das Projekt hat insgesamt ein Finanzvolumen von knapp eine Millionen Euro.


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