Prisma

Mehr Zellen aus der Nabelschnur

Benötigt ein Patient Stammzellen, muss derzeit noch ein passender Knochenmarkspender gefunden werden. Künftig könnten aus Nabelschnurblut gewonnene "universelle" Zellen die Spendersuche erübrigen. Stand die geringe Zellausbeute bislang dagegen, konnte sie nun deutlich erhöht werden.

Die Suche nach einem passenden Knochenmarkspender ist häufig langwierig. Und selbst wenn ein Spender gefunden wurde, besteht immer das Restrisiko einer Abstoßung. Aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen könnten hier Abhilfe schaffen. Sie lösen keine Immunreaktionen aus und sind daher universell einsetzbar. Bislang war die Zellausbeute jedoch zu gering, um Stammzellen aus Nabelschnurblut im großen Maßstab einsetzen zu können. Dank einer von amerikanischen Wissenschaftlern entwickelten Methode zur Zellvermehrung könnte sich dies künftig ändern. Um zu verhindern, dass die Zellen bei der Vermehrung ausdifferenzieren, manipulierten die Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Centers, Seattle, die Signalübertragung der Stammzellen. In Tierversuchen und ersten klinischen Studien erwiesen sich die mit der Methode erhaltenen Zellen bereits als vielversprechend. ral


Quelle: Delaney, C. et al.: Nature Med., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1038/nm.2080

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