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30 Jahre Switch: Woher? – Wohin?

BERLIN (bah/daz). "30 Jahre Switch: Woher? – Wohin?" – unter diesem Motto beleuchtete eine Podiumsdiskussion auf der Jahresversammlung des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) am 23. September in Berlin die Entwicklung der Selbstmedikation der letzten 30 Jahre und was die Entlassung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln aus der Verschreibungspflicht (Switch) für die Zukunft bedeutet.

Dr. Bernd Eberwein, der nach 29-jähriger Tätigkeit im Verband bei der Jahresversammlung als Geschäftsführer des BAH verabschiedet wurde, hatte die Moderation der Podiumsdiskussion übernommen. Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren PD Dr. Marianne Petersen-Braun, Bayer Vital GmbH, Prof. Dr. Johannes Löwer, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Dr. Ulrich Hagemann, ebenfalls BfArM, Prof. Dr. Gerd Glaeske, Universität Bremen, und Dr. Hubertus Cranz vom Verband der europäischen Arzneimittel-Hersteller (AESGP).

Alle Diskutanten hoben die besonderen Verdienste von Dr. Bernd Eberwein als Mitglied im Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht hervor. Unter seiner Mitwirkung habe sich in den vergangenen Jahren der Gedanke des "Collaborative Care" durchgesetzt, der eine Selbstmedikation auch bei Erkrankungen nahelegt, die der Erstdiagnose eines Arztes bedürfen.

Gleichwohl waren die Diskutanten zum Teil unterschiedlicher Auffassung darüber, ob die Switches von Arzneimitteln in der Vergangenheit zu einer Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, der sog. Public Health, beigetragen haben und mit welchen Switches dies zukünftig erreicht werden könne. Der BAH ist in diesem Zusammenhang der Auffassung, dass sich bei der Beurteilung von Wirkstoffen im Hinblick auf eine rezeptfreie Abgabe in der Apotheke eine Bedürfnisprüfung verbietet, da entsprechend der gesetzlichen Kriterien im Arzneimittelrecht allein Sicherheitsaspekte von Bedeutung sind.

Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass die Selbstmedikation mittlerweile ein selbstverständlicher Baustein im eigenverantwortlichen Umgang mit Erkrankungen geworden ist und an sinnvoller Bedeutung zunehmen kann, wenn Patientinnen und Patienten bestmögliche Informationen und Handlungsmöglichkeiten erhalten.

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