Aus Kammern und Verbänden

Das Glück aus philosophischer und pharmazeutischer Sicht

"Über das Glück aus philosophischer und pharmazeutischer Sicht" lautete das Thema der dritten Fortbildungsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe, die am 28. August im vollbesetzten münsterischen Rathausfestsaal stattfand.
Wilhelm Schmid
Foto: AK WL

"Das besondere Interesse an dieser Veranstaltung ist leicht zu erklären: Jeden von uns wird die Hoffnung angetrieben haben, etwas mehr über das Glück zu erfahren", sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening, zur Begrüßung.

Glücksphilosophie

Professor Wilhelm Schmid, Berlin, sprach über "Glück: Alles, was Sie darüber wissen sollten, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist". Der Philosoph und erfolgreiche Buchautor erläuterte verschiedene Arten von "Glück":

Das "Zufallsglück" zeigt sich zum Beispiel in einem unverhofften Lottogewinn; es kann sich noch in Unglück umwandeln, wenn es nicht gut bewältigt wird. Die innere Bereitschaft, am Leben zu "arbeiten", werde unter einem solchen Gewinn eher abnehmen.

Das "Wohlfühlglück" (engl. "happiness", franz. "bonheur") ist machbar; ein Mensch mit ein bisschen Erfahrung kann jederzeit selbst dafür sorgen, beispielsweise mit einer herrlich duftenden Tasse Kaffee oder einem Abend vor dem Kamin.

Das "Glück der Fülle", stellt sich ein, wenn der Mensch sein Leben annimmt, wie es ist, mit Erfolg und Misserfolg. Entscheidend ist dabei die Haltung des Einzelnen zum Leben selbst.

350 Zuhörer verfolgten aufmerksam die Vorträge im Rathausfestsaal.
Foto: AK WL

Paradox erscheint das "Glück des Unglücklichseins", das den Melancholiker erfüllt, der sich das Glücklichsein vielleicht wünscht, aber nicht für möglich hält. Die Melancholie kann als Lebensphilosophie verstanden werden, die das Traurigsein nicht ausschließt, sondern hervorhebt, wobei dieses zur Grundlage eines schönen und bejahenswerten Lebens wird.

Glück durch Arzneimittel

Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt, stellte in seinem Vortrag die Frage, ob sich das Glück pharmakologisch erzwingen lässt, und gab selbst die Antwort: "Glück kann pharmakologisch induziert werden", z. B. durch Antidepressiva oder auch durch Potenzpillen, die nicht nur sexuelle Befriedigung bringen, sondern eventuell auch einen Kinderwunsch erfüllen können. In den nächsten Jahren seien acht bis zehn neue Arzneistoffe zur "pharmakologischen Aufrüstung der körperlichen Liebe" zu erwarten.

Schubert-Zsilavecz beurteilte die Arzneimitteltherapie schlechthin als eine Quelle des Glücks: Bisphosphonate können das Knochenbruchrisiko senken und die Lebensqualität älterer Menschen erhalten. Monoklonale Antikörper können die Überlebenszeit von Krebspatienten verlängern. HPV-Impfungen vermeiden die HPV-Infektion, die bei jungen Frauen das Zervixkarzinom induzieren kann.

Die Veranstaltung endete in der Rüstkammer des Rathauses mit einem kleinen Umtrunk, den Kolleginnen und Kollegen durch ihre Spenden ermöglicht hatten.

cae


Quelle: www.akwl.de/apothekerstiftung/inhalt.php?id=458.

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