Aus Kammern und Verbänden

Fritz Becker kritisiert die geplante Gesundheitsreform

Fritz Becker, Präsident des LAV Baden-Württemberg, kritisierte auf der LAV-Mitgliederversammlung Mitte Juli die geplante Gesundheitsreform. Die Bundesregierung serviere eine Zumutung nach der anderen: das verzögerte Absenken und Auszahlen des Apothekenabschlags, die Streichung des Pick-up-Verbots und zahllose andere gesundheitspolitische Affronts.
Schatzmeister Theo Reinert und Geschäftsführerin Ina Hofferberth.
Foto: LAV BW

"Letztes Frühjahr habe ich noch Prügel eingesteckt für die Milliarde Einsparungen, die ich prognostiziert hatte bei den Rabattverträgen – mittlerweile muss diese Zahl auch Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband einräumen. Diese Milliarde konnte nur durch den Einsatz der Apotheker gehoben werden", machte Becker klar. Dennoch seien die Kassen im Gesundheitswesen leer, und die Gesundheitsreform 2011 sei wieder zu einem Spargesetz mutiert. So sollen allein auf der Großhandelsstufe etwa 400 Mio. Euro abgeschöpft werden. Der pharmazeutische Großhandel als Lieferant der Apotheken werde diesen Verlust aber nicht hinnehmen, sodass letztlich die Apotheken getroffen werden. Auch Staatssekretär Kapferer und Gesundheitsminister Rösler hätten das mittlerweile bestätigt.

Weiterhin kritisierte Becker, dass die Verwaltungsausgaben der Kassen nicht gekürzt werden; diese seien im letzten Jahr um gut 600 Mio. Euro gestiegen, obwohl die Anzahl der Kassen stetig abnimmt. Dazu Becker: "Für die Verwaltungskosten plant die Politik nur eine Nullrunde. Als Apotheker würde man sich mittlerweile ja schon fast freuen, wenn es mal eine Nullrunde geben würde."

Bei allem Verständnis für Sparbemühungen und Sparnotwendigkeiten meinte Becker: "Ich will hier gar nicht drumherum reden: Wir haben es hier eindeutig mit politischem Wortbruch zu tun."

Ausgewogener Haushalt

Das zweite Hauptthema der Mitgliederversammlung waren der Haushalt 2009 und der Haushaltsansatz 2010. Schatzmeister Theodor Reinert und Geschäftsführerin Ina Hofferberth präsentierten die Ausgaben und Einnahmen des Verbandes sowie der wirtschaftenden Töchter LAV SOFO-Markt und LAV Service GmbH. "Trotz der Wirtschaftskrise hat der Verband gut gewirtschaftet und kann einen ausgewogenen Haushalt präsentieren. Als Dienstleistungsverband, der auch viel politische Überzeugungsarbeit leistet, investieren wir in leistungsstarkes Personal. Die Ergebnisse können sich auch sehen lassen", resümierte Hofferberth.

Die Mitgliederversammlung entlastete Schatzmeister Theodor Reinert sowie den Vorstand und genehmigte das Budget für 2010 ohne Gegenstimmen.

Quelle 
www.apotheker.de/rubriken/news/aktuell/juli-2010/15-juli-2010.

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