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Teva und Pfizer ganz vorn im Rennen

FRANKFURT (tmb). Der israelische Generikariese Teva und Pfizer, der künftig größte Pharmakonzern der Welt, gelten als aussichtsreichste Kandidaten für den Kauf von Ratiopharm. Dies spekulierte das "Handelsblatt" am Dienstag. Dem schwedischen Finanzinvestor EQT werden nur noch geringe Chancen eingeräumt, andere Bieter sieht das "Handelsblatt" schon abgeschlagen. Die Entscheidung soll noch im ersten Quartal fallen.
Foto: ratiopharm.de
Bald mit neuem Eigner? Der Verkauf des in Ulm angesiedelten Pharmaunternehmens Ratiopharm steht kurz bevor.

Teva wird als Kandidat für die Übernahme von Ratiopharm gehandelt, weil das israelische Unternehmen kürzlich eine Verdreifachung seines Europaumsatzes auf etwa 6,3 Milliarden Euro als Plan präsentiert hatte. Ohne massive Zukäufe dürfte dies nicht zu realisieren sein. Zudem ist der Weltmarktführer in Deutschland bisher eher unterrepräsentiert. Demnach würde Ratiopharm gut in die Strategie passen.

Doch auch Pfizer könnte Ratiopharm übernehmen. Der Konzern, der sich lange Zeit auf patentgeschützte Arzneimittel konzentriert hatte, gründete Ende 2008 eine eigene Sparte für Generika. Im US-amerikanischen Markt vertreibt der Konzern Generika über die Tochtergesellschaft Greenhill. Doch gemäß der Analyse des "Handelsblatts" fehlt dem US-Unternehmen bisher eine Vertriebsplattform für Europa. Hierfür bietet sich wohl nur eine größere Übernahme an. Finanziell wäre der Kauf von Ratiopharm für ein so großes Unternehmen wie Pfizer problemlos möglich, da es sich in ganz anderen Größenordnungen bewegt. Zusammen mit der kürzlich übernommenen Wyeth generiert der Konzern jährlich etwa 20 Milliarden US-Dollar freien Cash Flow, rechnet das "Handelsblatt" vor.

Im Vergleich zu Teva und Pfizer hätte der schwedische Finanzinvestor EQT, der zur Wallenberg-Familie gehört, kein großes strategisches Interesse an Ratiopharm. Außerdem könnte EQT keine Synergien erzeugen und hätte auch nicht die Finanzkraft von Pfizer.

Das "Handelsblatt" spekuliert weiter, Ratiopharm könne für 2,8 bis drei Milliarden Euro den Besitzer wechseln, weil das Ulmer Unternehmen zuletzt gute Zahlen vorgelegt hatte. Die genannte Bewertung mit dem zweifachen Jahresumsatz oder dem zehnfachen Ebitda würde sich am Börsenwert der börsennotierten Generikahersteller wie Stada oder Mylan orientieren. Allerdings seien bei Übernahmen in früheren Jahren teilweise höhere Bewertungen erzielt worden. Mit einem Erlös von drei Milliarden könnte die Merckle-Gruppe den größten Teil der Schulden des Großhändlers Phoenix abtragen. Diese sollen sich auf etwa vier Milliarden Euro belaufen. Damit könnte die Umstrukturierung des Konzerns wesentlich vorankommen.

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