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Hemmung kleiner RNA-Moleküle mit großer Wirkung

Mediziner von der Universität Würzburg haben herausgefunden, wie sich die Aktivität kleiner RNA-Moleküle beeinflussen lässt. Ein Lizenznehmer aus der Industrie nutzt die Methode jetzt, um neue Arzneimittel gegen Herzkrankheiten zu entwickeln.

Kleine RNA-Moleküle, sogenannte micro-RNAs, regulieren etwa 30 Prozent aller Gene des Menschen und beeinflussen viele biologische Prozesse – z. B. die Entwicklung der Muskeln und des Herzens. Bei der Entstehung von Krankheiten spielen sie allerdings auch eine Rolle.

Herzhypertrophie und Fibrose stehen unter anderem in Verbindung mit einer übermäßigen Aktivität der microRNA-21. Die Herzhypertrophie, eine Vergrößerung des Herzmuskels, wird durch eine chronische Überlastung des Herzens verursacht, etwa bei unbehandeltem Bluthochdruck. Bei der Fibrose handelt es sich um eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe. Sie entsteht, wenn Herzmuskelzellen absterben, etwa nach einem Herzinfarkt. Diese schädliche Aktivität der microRNA-21 lässt sich aber beeinflussen, wie ein Forscherteam von der Universität Würzburg herausgefunden hat. Die Technologie, mit der sich die microRNA-21 steuern lässt, wurde nun als exklusive Lizenz an die Firma Regulus Therapeutics mit Hauptsitz in Carlsbad (USA) vergeben. Regulus entwickelt mit ihrer Hilfe Moleküle, die die fehlregulierten Signalwege der microRNA-21 unterdrücken. Ziel ist ein Einsatz für die Diagnose und Behandlung von Herz-, Leber- und Nierenkrankheiten.

Der therapeutische Nutzen ist bereits in einer vorklinischen Studie der Universität Würzburg gezeigt worden: Sowohl Fibrose als auch Herzhypertrophie ließen sich mit der neuen Technologie hemmen. Ein erstes Arzneimittel, das Regulus derzeit entwickelt, soll künftig der Behandlung von Fibrose dienen. hel

Quelle: Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vom 13.7.2010

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