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Kooperation von Arzt und Apotheker hilft Patienten

BERLIN (ks). Eine intensive Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker vereinfacht und verbessert zweifelsohne die Arzneimitteltherapie. Dennoch tun sich die Heilberufe zuweilen schwer beim Austausch. Ein Modellprojekt in Krefeld zeigt, welche Chancen eine enge Kooperation besonders bei Patienten hat, die chronisch krank sind und dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen müssen (Polypharmazie).

Im Rahmen des von der ABDA unterstützten Modellprojekts "Häusliches Medikationsmanagement bei multimorbiden Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus" wurden 47 Patienten ambulant von sieben Ärzten und einer Apotheke betreut. Der Apotheker besuchte die Patienten für zwei aufeinanderfolgende Gespräche zu Hause. In den Gesprächen wurden die arzneimittelbezogenen Probleme erfasst und weitestgehend gelöst. Auch die behandelnden Ärzte intervenierten in ihrem Verantwortungsbereich patientenindividuell.

Besserer Informationsfluss

"Der Nutzen des Modellprojekts von Ärzten und Apothekern war für die Patienten direkt spürbar", sagt Apotheker Manfred Krüger. So seien etwa deutlich weniger Unterzuckerungen aufgetreten. Die enge Zusammenarbeit habe den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten verbessert: So war für die Ärzte zum Beispiel überraschend, dass einige Patienten ihnen zuvor – trotz Nachfrage – nicht von Problemen während der Therapie, etwa Unterzuckerungen, berichtet hatten.

Auch für ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt zeigt das Modellprojekt, dass Ärzte und Apotheker gemeinsam viel für eine Therapieverbesserung leisten können – zum Nutzen des Patienten. "Jenseits solcher Modellprojekte ist eine so aufwändige Betreuung nur möglich bei einer kostendeckenden Vergütung. Wir werden aber prüfen, wie wir einzelne Ergebnisse des Modellprojekts auch in der flächendeckenden Versorgung unserer Patienten nutzen können."

Das Modellprojekt wurde am 20. Juni 2010 beim "3. Deutschen Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie" in Berlin vorgestellt.

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