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AOK Bayern fordert Schwerpunktstaatsanwaltschaft

BERLIN (ks). Um die Aufdeckung und Verfolgung von Straftaten im Gesundheitswesen effizienter zu machen, fordert die AOK Bayern, eine bayerische Schwerpunktstaatsanwaltschaft für derartige Delikte einzurichten. "Schon allein wegen der komplexen Strukturen im Gesundheitswesen wäre eine Bündelung der Kräfte bei der Bekämpfung von Fehlverhalten außerordentlich hilfreich", erklärte vergangene Woche Fritz Schösser, Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Bayern.

Der AOK Bayern zufolge wird Fehlverhalten im Gesundheitswesen immer häufiger aufgedeckt: Hatte die Unternehmenseinheit zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen im Zeitraum 2006/ 2007 noch 362 Anzeigen verzeichnet, sind es 2008/2009 bereits 542. Die bislang abgeschlossenen Fälle mit einer Schadenssumme von 13,5 Mio. Euro brachten der Kasse Rückzahlungen in Höhe von sechs Millionen Euro ein. Im jüngsten Berichtszeitraum prüften Experten der AOK Bayern insgesamt 4737 Einzelfälle. Daneben wurde durch rund 76.500 Abrechnungsprüfungen auf Plausibilität und Rechtmäßigkeit sowie Anspruchsprüfungen bei Mitgliedschaftsbeendigungen im Berichtszeitraum 2008/2009 eine Schadenssumme von 15,1 Mio. Euro ermittelt. Hier konnte sich die Kasse 10,2 Mio. Euro zurückholen.Weitere Entlastungen realisierte die Krankenkasse im Rahmen der Rechnungsprüfung. Die sachlich-rechnerischen Berichtigungen ergaben 2008/2009 die Summe von über 261 Mio. Euro. Der Prüfung unterlagen unter anderem rund 58 Millionen Arzneimittelverordnungen, 60 Millionen Fälle der ärztlichen Behandlung, 2,2 Millionen Krankenhausrechnungen sowie zehn Millionen Verordnungen im Bereich der Heilmittel und Hilfsmittel.

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