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Warum Statine nicht immer wirken

Schon seit Längerem ist bekannt, dass Statine nicht nur Lipide senken, sondern auch vor der Entstehung eines Kolorektalkarzinoms schützen können. Allerdings wirken sie nicht bei allen Menschen krebsprotektiv. Warum dies so ist, haben amerikanische Wissenschaftler nun herausgefunden.

Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Cancer Prevention Research" schreiben, liegt der Grund für die vorhandene oder fehlende Schutzwirkung der Statine in den Genen. Sie untersuchten 40 Gene näher, von denen bekannt ist, dass sie für die Synthese und den Metabolismus von Cholesterol wichtig sind, bei 1780 Personen mit einem Kolonkarzinom sowie bei etwa ebenso vielen Kontrollpersonen. Alle Studienteilnehmer hatten über lange Zeit hinweg Statine eingenommen. Die Studienautoren fanden heraus, dass insbesondere eine Variation im HMGCR-Gen für die krebsschützende Wirkung von Statinen ausschlaggebend ist. Personen mit einem A/A-Genotyp waren demnach stärker vor der Entstehung eines Kolorektalkarzinoms geschützt als Personen mit einer T/T-Variante. Da der höhere krebsschützende Effekt auch mit einer besseren Lipidsenkung einhergeht, sehen die Studienautoren in ihrer Untersuchung einen Ansatz für eine insgesamt gezieltere Anwendung von Statinen. "Wir gehen davon aus, dass eine Genotypisierung auf die untersuchten Allele des HMGCR-Gens dazu beitragen könnte, diejenigen Patienten herauszufiltern, die am besten von Statinen profitieren bzw. diejenigen aufzuzeigen, bei denen kaum Effekte zu erwarten sind", kommentiert Dr. Steven M. Lipkin, einer der Studienautoren, das Ergebnis. 
ral

 

Quelle: Lipkin, S. M. et al.: Cancer Prev. Res., Online-Vorabpublikation, 
DOI: 10.1158/1940-6207.CAPR-10-0007

 

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