Aus Kammern und Verbänden

E-Medikation geht an den Start

Die österreichischen Apotheker und Ärzte, die Sozialversicherungen, Bundesländer und die Patientenanwaltschaft haben sich über die Speicherung der Medikationsdaten auf der E-Card geeinigt. Nach einer regionalen Erprobungsphase könnte die E-Medikation 2012 landesweit eingeführt werden.

Nach langwierigen Diskussionen hat der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger nun den Kompromiss herbeigeführt, wie Mag. Gudrun Reisinger von der Österreichischen Apothekerkammer gegenüber der DAZ mitteilte. Die Einigung lautet kurz zusammengefasst:

  • Für das Gesamtsystem E-Medikation wird die Software der Pharmazeutischen Gehaltskasse verwendet und gemäß den vergaberechtlichen Vorgaben weiterentwickelt.
  • Neben den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln werden auch 87 wechselwirkungsrelevante OTC-Wirkstoffe – das sind derzeit 337 Präparate – elektronisch gespeichert, wobei die Ärztekammer und die Apothekerkammer unter der Führung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES) die Liste weiterentwickeln und auf dem fachlich richtigen Stand halten.

Nachdem die E-Medikation bereits im Bundesland Salzburg unter der Bezeichnung "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" erprobt worden war, sollen mit dem neuen Modell demnächst drei regionale Feldversuche starten. Schon 2012, wenn auch die gesetzlichen Regelungen für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ausgearbeitet sind, könnte die E-Medikation landesweit in Österreich eingeführt werden. Dabei kann jeder Patient allerdings frei entscheiden, ob er seine Medikationsdaten speichern lassen will oder nicht.

Alle Beteiligten versprechen sich von der E-Medikation eine Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. cae

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