Wirtschaft

Tierkrankenversicherung: Schutz für Vierbeiner

Wenn Bello oder Minka zum Doktor müssen ...

(bü). "Auf Krankenschein zum Tierarzt." Geht das? Seit rund einem Viertel Jahrhundert schon. Doch was leistet eine solche Versicherung?

Eine Tierkrankenversicherung funktioniert prinzipiell genauso wie eine Krankenversicherung für Menschen. Im Krankheitsfall kommt die Versicherung für die Kosten auf, die dem Tierhalter durch Tierarztbesuche, Untersuchungen und Nachsorge entstehen. Dabei muss nicht unbedingt ein Komplettschutz gewählt werden. Tierhalter können aussuchen, was genau versichert werden soll. Die Uelzener Versicherung war Vorreiter und ist seitdem Marktführer auf dem Gebiet. Im Wesentlichen werden solche Policen noch von vier weiteren Versicherungsunternehmen angeboten: von der Allianz, der AGILA, der AXA sowie von der Helvetia.

Auswahlmöglichkeiten

Der Tierfreund hat die Möglichkeit, eine Police abzuschließen, die sämtliche Kosten trägt, die im Zusammenhang mit der Vorsorge und der Behandlung stehen – wie zum Beispiel Kosten für Impfungen, Wurmkuren und andere vorsorglichen Maßnahmen. Es kann aber auch nur der Krankheitsfall abgesichert werden. Ebenso kann eine separate Operationsversicherung abgeschlossen werden. Natürlich gibt es das alles auch in "Kombination".

Wie groß das jeweilige Risiko ist, dass ein bestimmter Versicherungsfall eintritt, muss jeder Tierhalter selbst entscheiden. Gerade Zuchttiere werden in der Regel versichert, da sich eine langwierige Behandlung heftig in der Geldbörse des Besitzers bemerkbar machen kann. Doch auch für Tierbesitzer, die nicht züchten oder einer sportlichen Aktivität mit dem Tier nachgehen, könnte sich die Tierkrankenversicherung lohnen. Unversehens kann es zu einer Behandlung kommen, die am Ende mehrere hundert oder sogar tausend Euro kostet.

Beiträge oft von Tierhaltung abhängig

Die Beiträge für Tierkrankenversicherungen richten sich unter anderem nach der Haltung des Tieres, bei Katzen zum Beispiel, ob es sich um eine Wohnungskatze oder einen "Streuner" handelt – und nach den zu versichernden Risiken. Wesentlich sind zwei Faktoren:

  • Rasse: Bei Hunden wird zwischen Rasse und Schulterhöhe unterschieden, bei Katzen zwischen Rasse und Aufenthalt des Tieres.

  • Alter: Die Versicherungen versichern nur Tiere, die ein bestimmtes Alter noch nicht erreicht haben. Auch ganz junge Tiere lassen sich noch nicht versichern. Üblicherweise müssen Hunde und Katzen mindestens acht Wochen alt sein. Erst dann kann für sie ein Vertrag abgeschlossen werden.

Leistungen unterscheiden sich

Die Leistungen der Anbieter unterscheiden sich im Wesentlichen bei den Summen, die pro Krankheitsfall erstattet werden sowie bei der Selbstbeteiligung. Bei einigen Produkten sind Impfungen nicht mitversichert oder können nur mit Zusatzbeitrag eingeschlossen werden.

Manche Anbieter machen den Impfpass zur Voraussetzung dafür, dass das Tier überhaupt versichert werden kann, beispielsweise die Allianz. Dafür kann dann allerdings sogar eine homöopathische Behandlung versichert werden. Die AGILA versichert ausschließlich gesunde Tiere und die Helvetia auch Jagdhunde.

Operationsversicherung

Die Operations-Versicherung ist im Beitrag wesentlich günstiger als die Tierkrankenversicherung. Versichert sind nur Kosten, die entstehen wenn der Vierbeiner aufgrund eines Unfalls oder wegen einer schweren Krankheit tatsächlich operiert werden muss.

Alle Anbieter, außer der Allianz, zahlen nur für Operationen unter Vollnarkose. Viele Operationen werden von Tierärzten allerdings unter Teilnarkose durchgeführt. Dies ist zum einen kostengünstiger und zum anderen wohl auch unbedenklicher für das Tier. Der Beitrag ist bei den Versicherungsunternehmen nahezu gleich. Sie unterscheiden sich bei den Deckungssummen (also der maximalen Kostenübernahme pro Eingriff) sowie bei der Selbstbeteiligung.

Der Tierschutzbund sieht die Tierkrankenversicherung kritisch. Er ist der Meinung, dass sie deswegen oftmals nicht sinnvoll sei, weil der Versicherungsschutz für Tiere eben von einem bestimmten Alter an nicht mehr greift. Die Gesellschaften ersparen sich dadurch hohe Zahlungen, die im Fall von ernsthaften Erkrankungen anfielen. "Dieses Ansinnen der Versicherer ist nicht nur moralisch bedenklich", so Marion Dudla, Pressesprecherin des Tierschutzbundes.

Kontaktdaten


  • Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle, Baumschulallee 15, 53115 Bonn, Telefon: +49 228 60496-25, www.tierschutzbund.de

  • Uelzener Versicherung, Postfach 21 63, 29511 Uelzen, Telefon 0581 8070-0, E-Mail info(at)uelzener.de, www.uelzener.de

  • Allianz Private Krankenversicherungs-AG, 10870 Berlin, Telefon 01802 10 01 03 (6 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz), www.allianz.de

  • Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Berliner Str. 56 – 58, 60311 Frankfurt am Main, Telefon: 069 1332-0, E-Mail: info@helvetia.de, www.helvetia.de

  • AGILA Haustierversicherung AG, Breite Straße 6 – 8, 30159 Hannover, Telefon 0511 71280-383, E-Mail: info@agila.de, www.agila.de

  • AXA Assistance Deutschland GmbH, TierPartner Service-Center, Große Scharrnstraße 36, 15230 Frankfurt (Oder), www.axa-tierpartner.de

Das könnte Sie auch interessieren

Wie Apotheken in der Hämophilie-Versorgung externe Arzneimittellager absichern sollten

Das Kühlschrank-Dilemma

Offener Dialog zur Grippeschutzimpfung

Guter Versicherungsschutz für mehr Verantwortung

Policen-Wald „lichten“ und Geld sparen. Teil 1: Diese Versicherungen brauchen Sie wirklich

Frühjahrsputz für den Versicherungsschutz

Private Krankenversicherung

PKV-Beiträge bis zu 7 Prozent höher

Irreführende Versprechen und belästigende Werbung

Cyber-Apothekenversicherung vor Gericht 

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.