Gesundheitspolitik

Meilensteine

Es war richtig und wichtig, dass der diesjährige Deutsche Apothekertag einen Appell in die pharmazeutische Runde schickte, "ein Konzept zur Umsetzung der Klinischen Pharmazie im Rahmen der universitären Ausbildung, der praktischen Ausbildung sowie des begleitenden Unterrichts während des Dritten Ausbildungsabschnittes des Apothekerberufs zu entwickeln". Schon neun Jahre ist es nun her, dass die Klinische Pharmazie als eigenständiges Prüfungsfach in der universitären Ausbildung eingeführt wurde. Aber bei der Umsetzung der universitären und praktischen Ausbildung hapert und hakt es noch immer. Die Ausbildung an den verschiedenen pharmazeutischen Instituten im Fach Klinische Pharmazie ist noch immer recht unterschiedlich und steht auf ganz unterschiedlichen Niveaus. Von einem eigenen Lehrstuhl, wie es beispielsweise für die pharmazeutische Chemie üblich ist, an allen Unis mit Pharmazie ist man meilenweit entfernt. Es gibt unter Deutschlands pharmazeutischen Instituten nur einige wenige Leuchttürme mit Klinischer Pharmazie – an allen anderen Instituten wird dieses Fach irgendwie von anderen Disziplinen mit übernommen. Unbefriedigend ist in diesem Fach zudem die praktische Ausbildung im Dritten Ausbildungsabschnitt gelöst. Und Nachholbedarf gibt es auch bei der Verzahnung theoretischer und praktischer Ausbildungsinhalte.

Ich denke, ein Konzept, wie die Klinische Pharmazie besser in der Ausbildung, letztlich auch in der Fort- und Weiterbildung, etabliert werden kann, ist überfällig. Denn der Tenor auf dem Apothekertag hat es gezeigt: Die Klinische Pharmazie ist ein Meilenstein in Richtung Zukunft des Apothekerberufs. In der Klinischen Pharmazie treffen sich die vier anderen pharmazeutischen Disziplinen (Chemie, Biologie, Technologie und Pharmakologie), das Wissen aus der Klinischen Pharmazie gibt das Rüstzeug für die zukünftige Ausrichtung des Apothekerberufs, die ein zentrales Thema auf dem Apothekertag war: die stärkere Zusammenarbeit mit dem Arzt, die darin gipfelt, dass der Arzt die Diagnose, den Wirkstoff, die Menge, die Dosis und die Therapiedauer bestimmt, der Apotheker das Arzneimittel (auch unter ökonomischen Gesichtspunkten) auswählt und die Beratung übernimmt. Übrigens, auch die Politik hat wissen lassen, dass sie den Apotheker als Medikationsmanager wünscht. Wir sollten dieses historische Zeitfenster nutzen!


Peter Ditzel

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