Gesundheitspolitik

Apotheken helfen sparen

Froese macht Apothekenleistungen deutlich

KIEL (tmb). Die Gesetzliche Krankenversicherung wendet für die Leistungen der Apotheken pro Jahr etwa 4 Mrd. Euro auf. Doch die Apotheken erbringen dafür nicht nur die Versorgungsleistung, sondern sie helfen dem System auch noch massiv zu sparen. Auf fast 6 Mrd. Euro beziffert Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, die Einsparbeiträge der GKV im Arzneimittelbereich, die mit Unterstützung der Apotheken realisiert werden.

Zu diesen Beträgen zählt Froese den Apothekenabschlag von 1,1 Mrd. Euro jährlich, den die Apotheken selbst erbringen, sowie diverse Beträge, die nur durch den Einsatz der Apotheken realisiert werden können oder die von Apotheken eingetrieben werden. Dies seien die Einsparungen durch Rabattverträge (etwa 1 Mrd. Euro), die Abgabe von Importarzneimitteln (0,6 Mrd. Euro), das Inkasso der Herstellerrabatte (1,4 Mrd. Euro) und das Inkasso der Zuzahlung (1,7 Mrd. Euro), also insgesamt etwa 5,8 Mrd. Euro jährlich.

Diese Rechnung stellte Froese im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz des Apothekerverbandes und der Apothekerkammer Schleswig-Holstein am 30. September in Kiel vor. Vor dem Hintergrund der Leistungen der Apotheken und der voraussichtlichen Folgen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) fragte Froese: "Warum sollen die Apotheken so belastet werden?" Durch das AMNOG sollten Rabatte des Großhandels abgeschöpft werden. Doch erinnerte Froese daran, dass die Rabatte zwischen dem Großhandel und den Apotheken in der Logik der Arzneimittelpreisverordnung ausdrücklich erwünscht seien, um auf dieser Ebene Wettbewerb zu ermöglichen. Außerdem würden bei anderen Leistungserbringern Zuwächse gestrichen, während den Apotheken massive Einbußen drohen würden. Die Apotheken würden an neuen Leistungen zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung arbeiten, aber ihnen würden die dazu nötigen Ressourcen gestrichen. Daher forderte Froese eine Neujustierung.

Bei der gleichen Veranstaltung erklärte Gerd Ehmen, Präsident der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, er sehe die Gefahr, dass durch die drohenden Einbußen Lücken in der flächendeckenden Versorgung entstehen könnten. Zudem seien Arbeitsplätze bedroht, die in Apotheken überwiegend Frauenarbeitsplätze darstellen. Sorgen mache den Apothekern auch die geringe Laufzeit politischer Maßnahmen. Doch "wir brauchen Sicherheit für die Verbraucher und Planungssicherheit für uns", so Ehmen.

Konstruktive Alternative

Zugleich zeigte sich Ehmen offen für konstruktive Reformen. Die Apotheker seien bereit Teilverantwortung zu übernehmen, soweit dies kartellrechtlich unproblematisch sei. Froese verwies dazu auf ein gemeinsames Versorgungskonzept der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der ABDA. Danach könnten die Ärzte einen Medikationskatalog erarbeiten, der von den Apotheken umgesetzt würde. Das damit realisierbare Einsparvolumen bewege sich in einer ganz anderen Dimension als es mit dem "Rasenmäher" möglich wäre, erklärte Froese. Einen weiteren Bericht über die Pressekonferenz finden Sie in der nächsten DAZ.

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