Gesundheitspolitik

Gute Apotheken, schlechte Apotheken

ZDF-Reporter-Sendung

Stuttgart (diz). Die Vorankündigung zur ZDF-Reporter-Sendung am 27. Mai versprach nichts Gutes zum Thema Anzahl und Qualität von Apotheken. Aber die Sendung bemühte sich sichtlich um Ausgewogenheit.

Dieses Mal versuchten zwei Reporter – einer pro, einer contra – Argumente und Beispiele für ihre Einstellung gegenüber Apotheken zu finden.

Apotheken, die Aspirin an Schwangere verkaufen, Apotheken, die Formigran ohne Beratung abgeben – und in einer Straße sechs Apotheken auf sechshundert Meter, zu viele Apotheken? Diese Beispiele durften in der Sendung nicht fehlen. Aber die Reporter zeigten auch, dass es anders geht. Sie stellten einen Stadtapotheker vor, der sich intensiv um seine Patienten kümmert, eine Landapothekerin, die im Home-Service auch Hilfsmittel in entfernt gelegene Gebiete liefert. Die ZDF-Reporter hatten also dazugelernt: In Deutschland finden sich nicht nur Apotheken, die schlecht beraten. Jetzt hat man die Erkenntnis gewonnen: Es gibt Apotheken in unserem Land, die Hervorragendes leisten, Patienten betreuen und für ihre Patienten da sind.

Dem Zuschauer wurde auch die Apothekensituation in den Niederlanden gezeigt. Dort gibt es weniger Apotheken als bei uns. Das Hauptarbeitsgebiet der Apotheker sind die verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Denn OTC-Arzneimittel gibt es in Holland im Selbstbedienungsregal der Drogeriemärkte zu günstigen Preisen. Aspirin in der Freiwahl – die ZDF-Reporter-Sendung fragte an dieser Stelle natürlich nicht nach, wer hier der Schwangeren den Hinweis gibt, sie sollte von Aspirin lieber die Finger lassen.

Übrigens: Die Online-Abstimmung auf der Internetseite von ZDF-Reporter zur Frage, ob man das Apothekerhonorar kürzen sollte, um Kosten im Gesundheitswesen zu sparen, auch auf die Gefahr hin, dass dann einige Apotheken schließen müssten, zeigt aktuell ein eindeutiges Votum: 85% sagen "nein, das wäre nicht der richtige Ansatz".

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