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Bisphosphonate können Brustkrebs vorbeugen

Eine erfreuliche Nebenwirkung der Bisphophonattherapie bei postmenopausalen Frauen wurde vor kurzem auf dem San Antonio Brustkrebs-Symposium vorgestellt. Die eigentlich gegen Osteoporose eingesetzten Arzneimittel senken demnach das Brustkrebsrisiko.

Gleich zwei Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Bisphosphonate bei postmenopausalen Frauen Brustkrebs vorbeugen können. Bei der ersten Studie handelt es sich um eine Auswertung der Women‘s Health Initiative, die rund 2000 Frauen einschließt. Studienteilnehmerinnen, die mit Bisphosphonaten behandelt wurden, hatten demnach in den folgenden sieben Jahren ein um 32 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko. In der zweiten Studie, der Breast Cancer in Northern Israel Study, die knapp 3000 postmenopausale Frauen umfasst, wurde unter Bisphosphonat-Therapie ein um 29 Prozent verringertes Brustkrebsrisiko beobachtet. Die Tatsache, dass zwei Studien zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, legt nahe, dass der Zusammenhang zwischen Bisphosphonatgabe und Brustkrebsrisiko weiter untersucht werden sollte. Für Empfehlungen ist es allerdings noch deutlich zu früh. Noch sind einige Fragen offen. So waren die Brustkrebszahlen in den beiden Studien insgesamt sehr gering, was die Aussagekraft schwächt. Auch ist nicht auszuschließen, dass in den Studien vorwiegend Frauen mit einem ohnehin geringen Brustkrebsrisiko für eine Osteoporosetherapie ausgewählt wurden. Und nicht zuletzt muss der mögliche Vorteil einer Brustkrebsprävention durch Bisphosphonate natürlich gegen die möglichen unerwünschten Wirkungen einer solchen Maßnahme abgewogen werden. ral


Quelle: Pressemitteilung der American Association of Cancer Research vom 10.12.2009

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