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Ein neues Leben schenken

Ein langer Spaziergang, eine Tagestour mit dem Fahrrad oder ein Einkaufsbummel in der Stadt: Eugen M. (61) führt heute ein ganz normales Leben – 1994 war er dem Tode nah. Alles begann mit einer verschleppten Grippe. Der linke Herzmuskel entzündete sich, und bald war den Ärzten klar, dass Eugen M. ein Spenderorgan braucht. Er kam auf die Warteliste, im Krankenhaus überbrückte man die Zeit mit einem künstlichen Herzen. Nach quälenden 205 Tagen fand die Koordinationsstelle Eurotransplant ein passendes Herz, und Eugen M. wurde operiert.
Organspende kann Leben retten
Foto: TK

Doch nicht immer kommt das passende Herz oder die dringend benötigte Niere rechtzeitig. Trotz internationaler Fortschritte in der Transplantationsmedizin gilt der Organmangel immer noch als der limitierende Faktor. Anlässlich des 11. Europäischen und des 5. Welttags der Organspende haben vom 4. bis 7. Oktober Experten und Betroffene aus aller Welt auf einem Kongress in Berlin auf den Mangel an Spenderorganen aufmerksam gemacht.

Die Zahlen erschrecken: Wartelisten wachsen – und die Hoffnung vieler Patienten, rechtzeitig ein passendes Spenderorgan zu erhalten, sinkt. Zwar wurden innerhalb der EU in 2008 insgesamt 27.809 Organe übertragen, trotzdem benötigen immer noch 63.283 Patienten (2008) eine Transplantation. 3812 Patienten sind während ihrer Wartezeit verstorben.

Kommentar

ADEXA begrüßt die Anregung der ABDA, in Schulen ein Querschnittsfach "Gesundheit" zu etablieren. Damit könnte der Präventionsgedanke frühzeitig – und stärker als mit Einzelaktionen – im Bewusstsein der kommenden Generationen verankert werden. Und durch die geschickte Verknüpfung bestehender Fächer müssten auch keine Abstriche bei grundlegenden Qualifikationen gemacht werden. Mit Blick auf die demografischen Herausforderungen sollte diese Idee von der Politik nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Barbara Neusetzer ADEXA, Erste Vorsitzende

Informationsdefizite beheben

In Deutschland ist vor allem der Informationsbedarf hoch. Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben lediglich 17% der Bevölkerung einen Organspendeausweis, obwohl über 80% grundsätzlich zu einer Spende bereit wären. Mit 14,6 Spendern pro eine Million Einwohner liegt Deutschland im europaweiten Vergleich lediglich im unteren Mittelfeld.

"Apothekenangestellte können einen Beitrag dazu leisten, Menschen ein neues Leben zu schenken", sagt Barbara Neusetzer, Erste Vorsitzende von ADEXA, der Apothekengewerkschaft. "Reden Sie mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin, ob Sie Organspendeausweise für Kunden bereithalten und mit einem Aufkleber an der Tür darauf hinweisen können." Nicht zu Unrecht gelten Apotheken nämlich als die Anlaufstelle Nummer eins bei allen Gesundheitsfragen: "Patienten schätzen neutrale und objektive Informationen", so Neusetzer.

 

Quellen: BZgA, dpa, ZDF-Dokumentation "Das verschenkte Herz".

 

Michael van den Heuvel

 

Haben Sie schon einen Ausweis?

Wenn wir unsere Kunden ermutigen wollen, einen Organspendeausweis auszufüllen und mit den persönlichen Ausweispapieren mit sich zu tragen, gehen wir am besten mit gutem Beispiel voran. Im Organspendeausweis kann man das Einverständnis zur Organspende entweder generell erteilen, auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken oder aber einer Organ- und Gewebespende widersprechen. Sinnvoll ist es, die engsten Angehörigen über die Entscheidung zu informieren (die selbstverständlich jederzeit widerrufen werden kann). Informationen und den Ausweis zum Download oder Bestellen erhalten Sie bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

www.bzga.de -> Themen -> Organ- und Gewebespende.

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