Prisma

Risikofaktor Gene

80 Prozent des Risikos für Alzheimer wird genetischen Faktoren zugeschrieben. Ein internationales Forscherteam hat nun zwei neue Genvarianten entdeckt, die das Alzheimer-Risiko deutlich erhöhen sollen.

Bisher war nur eine Erbanlage bekannt, die bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielt, das vor 20 Jahren entdeckte Apolipoprotein E, dessen Variante ApoE 4 die Erkrankungswahrscheinlichkeit um das Zwei- bis Vierfache erhöht. Da man jedoch wusste, dass ApoE nur einen kleinen Teil des genetischen Risikos erklärt, suchten die Forscher in den letzten Jahren fieberhaft nach weiteren Erbanlagen. In zwei getrennten Studien mit jeweils 10.000 teilnehmenden Probanden gelang es nun zwei Forschungsgruppen zwei neue Genorte auszumachen. Die Gene für Clustrin, auch Apolipoprotein J genannt und das sogenannte CR1 spielen beim Abtransport von Amyloid-β eine wichtige Rolle. Dieser toxische Eiweißstoff ist der wichtigste Bestandteil jener Plaque, die zum Niedergang der Neurone im Gehirn beiträgt. Clustrin ist zudem auch selbst Bestandteil dieser Plaque. Die Studienautoren hoffen auf neue Ansätze für kausale Therapien auf Basis der Erkenntnisse. acs

Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vom 9.9.2009

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