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Gehaltserhöhung ab Januar, LOB-Tarif ab 2010

ADEXA und die Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL) haben sich auf einen zukunftsweisenden Tarifabschluss für den Kammerbezirk Nordrhein geeinigt. Er gilt rückwirkend ab 1. Januar 2009 und umfasst drei Komponenten: die Erhöhung des Gehaltstarifes, eine Erneuerung der Entgeltstruktur und ab 2010 die Einführung der leistungsorientierten Bezahlung (LOB). Damit ist der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) unter Zugzwang geraten.

Für die Apothekenangestellten in Nordrhein gibt es folgende tarifliche Regelungen:

2,5 Prozent mehr Gehalt

Zum 1. Januar 2009 erhöht sich für alle Berufsgruppen das tarifliche Gehalt um 2,5 Prozent gegenüber dem Gehaltstarif vom 1. Oktober 2007. Das tarifliche Eingangsgehalt beträgt jetzt für Approbierte 2.970 Euro, für PTA 1.767 Euro und für PKA 1.534 Euro.

Einheitliche Berufsjahresgruppen

Die Entgeltstruktur, das heißt die Eingruppierung nach Berufsjahresgruppen, wird auf vier Stufen vereinheitlicht:

Stufe 1: 1. – 2. Berufsjahr

Stufe 2: 3. – 5. Berufsjahr

Stufe 3: 6. – 7. Berufsjahr

Stufe 4: ab 8. Berufsjahr

So können jüngere Mitarbeiter früher die nächste Entgeltstufe erreichen. Die Veränderung erfolgt in drei Schritten, der erste Schritt tritt am 1. Juli 2009 in Kraft. ADEXA hat sichergestellt, dass es für Angestellte mit langer Berufstätigkeit keine Verschlechterung geben wird.

Leistungsorientierte Bezahlung

Zum 1. Januar 2010 führen die Tarifvertragsparteien die leistungsorientierte Bezahlung (LOB) ein. Die Eckpunkte des LOB-Tarifes sind bereits gemeinsam erarbeitet worden, im Verlauf des Jahres werden die Details festgelegt. Dazu werden weitere 1,5 Prozent in den Tarifvertrag einfließen.

Ein innovativer Weg

Tanja Kratt, Tarifexpertin im ADEXA-Vorstand: "Der Abschluss in Nordrhein ist ein tarifpolitischer Erfolg für die Apothekengewerkschaft. ADEXA hat sich schon lange für eine leistungsorientierte Bezahlung stark gemacht, und wir freuen uns, das Modell mit der TGL nun umzusetzen. Die Tarifpartner haben damit einen innovativen Weg beschritten, der das Fortbildungsengagement und die Leistung der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter honoriert. Die Apothekeninhaber können so eine objektivere Leistungsbewertung vornehmen. Davon profitieren neben den Angestellten selbst auch die einzelnen Apotheken und die Patienten."

Dr. Sigrid Joachimsthaler
Kommentar

Durchbruch im Westen

Das Jahr 2009 beginnt mit einem neuen Tarifvertrag – und zwar nicht nur einer Gehaltserhöhung, sondern auch mit der Einigung auf ein modernes Tarifkonzept, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker motiviert und ihr Engagement honoriert.
Dieser Abschluss gilt zwar nur für Nordrhein, doch mit über 2.500 Apotheken und rund 11.000 Angestellten für einen zahlenmäßig starken Kammerbezirk.
Die TGL hat sich dabei als Vorreiter unter den Arbeitgebervertretern erwiesen und den Apothekerverband Deutscher Apotheken (ADA), der die übrigen Kammerbezirke mit Ausnahme von Sachsen vertritt, tarifpolitisch abgehängt. Das zeichnete sich schon im Jahr 2008 ab und hat sich nun bestätigt.
Die Vorsitzende der TGL, Dr. Heidrun Hoch, und ihre Kommission haben schnell und adäquat auf die anstehenden Herausforderungen und insbesondere auf den Mangel an Fachkräften im Apothekenbereich reagiert.
Die Förderung und Anerkennung qualifizierter Arbeit ist dabei wesentlicher Bestandteil des neuen Tarifkonzepts. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden schließlich das "Herzstück" erfolgreicher Apotheken. Dabei muss aber auch die Honorierung stimmen. Insofern einigten sich die TGL und ADEXA auf einen Tarifvertrag, der den Wert der Arbeitsleistung würdigt und gleichzeitig den Bestand öffentlicher Apotheken sichert.
Tanja Kratt ADEXA, Zweite Vorsitzende

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