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Verbraucher vertrauen Apotheken beim OTC-Kauf

KÖLN (ks). Jeder zweite Verbraucher, der rezeptfreie Arzneimittel kaufen möchte, zieht die Apotheke dem Drogeriemarkt oder dem Lebensmittelgeschäft vor. Die Kunden schätzen vor allem die dort gebotene Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IfH) unter 450 Verbrauchern in der Kölner Innenstadt.
Von Kunden geschätzt wird die Apotheke nicht nur wegen des Traubenzuckers für Kinder.
Foto: ABDA

Mehr als zwei Drittel der Verbraucher orientieren sich bei einem Kauf von rezeptfreien Gesundheitsprodukten meistens an den Ratschlägen eines Apothekers. Gegenüber einer im Jahr 2006 durchgeführten Befragung stieg dieser Wert um rund sieben Prozentpunkte. Knapp jeder zweite Verbraucher ist außerdem der Meinung, dass Apotheker bei der Beratung stets auf den Bedarf der Kunden eingehen. Daneben punktet die Apotheke durch eine hohe Qualität der angebotenen Produkte. Aus Sicht von rund 43 Prozent der befragten Verbraucher sind freiverkäufliche Arzneimittel aus Apotheken hochwertiger als freiverkäufliche Arzneimittel aus Drogerien oder dem Lebensmittelhandel. Nur knapp jeder Vierte sieht keine oder nur geringe Qualitätsunterschiede zwischen den Vertriebswegen. Im Jahr 2004 hatten bei einer vergleichbaren Befragung noch lediglich 36 Prozent der befragten Konsumenten der Apotheke im Vergleich zum Mass-Market einen höheren Qualitätsstandard beigemessen.

Verbraucher schätzen starke Marken

Dass es die Verbraucher in die Apotheken zieht, liegt dem IfH zufolge auch an der Stärke der angebotenen Marken. Die Bedeutung der Marke als Orientierungshilfe bei der Kaufentscheidung ist ungebrochen: Rund zwei von drei Kunden wählen bei rezeptfreien Gesundheitsprodukten eher bekannte Marken als Produkte, deren Marken sie nicht kennen. Knapp 28 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ausschließlich auf Markenarzneimittel vertrauen. Im Vergleich zu der 2004 durchgeführten IfH-Studie ist dieser Zustimmungswert um rund 14 Prozentpunkte gestiegen.

Positives Image pflegen

Nach Ansicht von Sabrina Heckmann, Projektmanagerin am IfH, sind Apotheken gut beraten, ihr positives Image sorgfältig zu pflegen und weiter auszubauen. "Der Gesundheitsmarkt ist für Drogeriemärkte und Lebensmittelhändler aufgrund guter Margen attraktiv und auch die Aufgeschlossenheit der Verbraucher für alternative Vertriebskanäle nimmt weiter zu", gibt sie zu bedenken. Der Mass-Market locke die Hersteller von Gesundheitsprodukten – vor einer unbedachten Wahl der Vertriebskanäle warnt Heckmann jedoch: Eine Abkehr von einer einmal getroffenen Entscheidung für eine Vertriebsstrategie sei sowohl gegenüber dem Handel als auch gegenüber Konsumenten nur schwer zu rechtfertigen.

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