Ernährung aktuell

Essstörungen – Informationen im Web

In den vergangenen drei Beiträgen unserer Reihe "Basiswissen Kinderernährung" haben wir die Essstörungen Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und das Binge Eating Syndrom vorgestellt. Heute nennen wir Ihnen Seiten im Internet, die Fachkräfte, Betroffene sowie deren Angehörige und Interessierte über diese Essstörungen informieren sowie Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch anbieten.

Für Fachkräfte, die sich mit Essstörungen auseinandersetzen, sind besonders die folgenden Websites interessant: Unter www.dgess.de gelangt man zur Seite der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS e.V.). Sie wurde im Jahr 2006 gegründet und ging aus der Initiative zur Entwicklung der evidenzbasierten Leitlinien für Essstörungen hervor.

Die Gesellschaft verfolgt das Ziel, sowohl Wissenschaft und Forschung als auch ihre Anwendung in Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Essstörungen zu fördern und zu vernetzen. Die Website stellt neben Informationen zu den evidenzbasierten Leitlinien für die Diagnose und Behandlung von Essstörungen in Deutschland und aktuellen Forschungsprojekten im deutschsprachigen Raum auch interessante Dokumente im Bereich "Downloads" zur Verfügung: Hier werden nicht nur häufig gestellte Fragen zum Thema beantwortet, sondern auch Beiträge wie die "Weltweite Charta für Essstörungen" oder die von der Academy of Eating Disorders (AED) erarbeiteten "Richtlinien für Model-Agenturen und die Modeindustrie" bereitgestellt.

Schließlich weist die Website im Bereich "Links" auf Seiten anderer Fachgesellschaften im In- und Ausland hin (siehe tabellarischer Überblick), die Fachkräfte weiterführend informieren. Dazu zählt u. a. die Internetseite des Bundesfachverbands Essstörungen e.V. (www.bundesfachverbandessstoerungen.de). Diese Seite setzt sich stärker zum Ziel, anschaulicher zu informieren als die DGESS und richtet sich dabei nicht nur an Fachkräfte, sondern auch an Betroffene und ihre Angehörigen. So ist im Bereich "BFE Allgemein" Wissenswertes über Formen von Essstörungen, zur Therapie, Früherkennung und Heilungschancen sowie die Leitlinien zur Behandlung, ein Quick-Check und Literatur zum Thema zu finden. Der Themenblock "BFE für Mitglieder" ist ohne Login nicht einsehbar. Eine Mitgliedschaft lohnt sich für all jene, die an einem fachlichen Austausch und qualifizierten Fortbildungen sowie an der Vernetzung mit anderen Versorgungsangeboten im Bereich "Essstörungen" interessiert sind. Schließlich findet man im Menüpunkt "BFE Kontakt und Links" das Mitgliederverzeichnis der BFE, zu denen bundesweit etwa 60 Einrichtungen mit dem Schwerpunkt Essstörungen gehören. Weiterhin sind hier nützliche Links für Betroffene und Angehörige aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) genauso wie Veranstaltungshinweise für Fortbildungen und Vorträge sowie Stellenausschreibungen zu finden.

Tab. 1: Interessante Websites für Fachkräfte auf dem Gebiet
"Essstörungen"
Deutsche Gesellschaft für Essstörungen*
Bundesfachverband Essstörungen (BFE)*
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)
Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP)
Österreichische Gesellschaft für Essstörungen (OEGES)
Schweizerische Essstörungsgesellschaft
Academy of Eating Disorders (AED)*
International Eating Disorder Research Society (EDRS)
*Diese Website wird im Artikel näher vorgestellt

Auf internationaler Ebene richtet sich die Website der Academy of Eating Disorders (www.aedweb.org) vor allem an Fachkräfte und ist eine global und multidisziplinär agierende Fachgesellschaft, die sich für Forschung, Fortbildung, Prävention und Behandlungsstrategien einsetzt. Fachkräfte finden auf dieser Seite nicht nur Informationen zu Konferenzen und Fortbildungen, sondern auch spezielle Fachinformationen im Bereich "For ED Professionals". Neben aktuellen Publikationen, Positionspapieren und Veranstaltungshinweisen, ermöglicht der Bereich "Special Interest Groups" den Austausch und Kontakt zu Gruppen, die sich mit speziellen Themengebieten im Bereich Essstörungen auseinandersetzen. Schließlich bietet diese Website auch Informationen für die Öffentlichkeit ("For the Public") und Pressematerial ("For the Press") an.

Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Die Website www.ab-server.de, dem Beratungs- und Informationsserver zu Essstörungen bietet detaillierte Informationen für jedermann. Allgemeine Informationen sind zu den verschiedenen Formen der Essstörungen zu finden (ICD-10; DSM-IV). Der Bereich "interaktiv" bietet eine Online-Beratung, die von Psychologen bzw. Psychotherapeuten betreut wird, ein Diskussionsforum sowie die Möglichkeit zum Chatten an, die sowohl für Betroffene als auch für Patienten geeignet sind. Außerdem kann man auf dieser Seite unter "Adressen" nach Beratungsstellen, betreutem Wohnen, Ernährungsberatern, Gesundheitsämtern, Kliniken, Psychotherapeuten und Selbsthilfegruppen in Deutschland suchen. Im Bereich "Studien" werden Untersuchungsergebnisse vorgestellt und Studienteilnehmer gesucht, allerdings liegen die letzten Gesuche schon längere Zeit zurück. Auch die Website www.anad-pathways.de informiert über Essstörungen. Diese Seite wird von der Beratungsstelle ANAD (Anorexia nervosa and associated disorders) und von "Pathways", einem Therapiekonzept für Mädchen und Frauen mit Essstörungen, die in betreuten Wohngruppen zusammenleben, angeboten. Eine Besonderheit ist der Menüpunkt "ANAD: Therapeutische Wohngruppen". Hier wird das Therapie-Konzept "Pathways" ausführlich vorgestellt, für das sich Betroffene auch auf dieser Seite anmelden können. Weiterhin bietet die Website allgemeine Informationen für Betroffene, aber auch für Angehörige, Lehrer und Ärzte an sowie Auskünfte über Therapieeinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Besonderheit ist auf dieser Seite das "ANAD-Jugendportal" (www.anad-pathways.de/jugendportal), dass sich speziell an Jugendliche richtet. Diese altersgerecht gestaltete Website soll Jugendlichen helfen, sich mit dem Thema Essstörungen auseinanderzusetzen. Dabei erfahren Jugendliche wie sie eine Essstörung bei sich, aber auch bei anderen, z. B. Freunden bemerken können und wie man sich bzw. der betroffenen Person helfen kann. Daneben stellt die Seite Erfahrungsberichte, Adressen von Kliniken und Beratungsstellen sowie weitere interessante Beiträge zu den Themen Schönheit, Pubertät und Wellness bereit.

Tab. 2: Websites, die besonders für Betroffene, Angehörige und Lehrer interessant sind:

Die Seite www.ess-stoerungen.net, die vom Frauengesundheitszentrum Heidelberg und dem Mädchenhaus e.V. Heidelberg initiiert wurde, teilt sich in zwei Themenblöcke auf: "Für Menschen mit Essproblemen" und "Für Fachkräfte". An dieser Stelle soll lediglich Ersterer vorgestellt werden:

Neben den allgemeinen Informationen zum Thema Essstörungen kann man hier Erfahrungsberichte einsehen. Des Weiteren wird an dieser Stelle das Thema "Diäten", das bereits im Jugendalter oft eine Rolle spielt, diskutiert. Die Seite macht zudem auf Sach- und Jugendbücher, die sich mit Essstörungen auseinandersetzen, aufmerksam und verweist auf andere Websites. Außerdem stellt die Seite unter "Wo bekomme ich Hilfe" Adressen von Hilfsangeboten wie Beratung, Therapie und Selbsthilfe zur Verfügung. Ess-störungen.net selbst bietet Betroffenen ein betreutes Internetforum sowie eine E-Mail-Beratung an.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet mit dem Portal www.bzga-essstoerungen.de Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachleute und allgemein Interessierte an. Hier findet man zunächst allgemeine Beschreibungen zu den verschiedenen Formen von Essstörungen und Fallbeispiele. Neben den Essstörungen, die man in der Regel frühestens im Jugendalter feststellt, wird auf dieser Seite auch auf Fütterungsstörungen im Kleinkindalter eingegangen. Weiterhin kann man sich im Bereich "Prävention" über lokale Angebote informieren sowie entsprechendes Material für den Schulunterricht bestellen, das kostenlos oder gegen eine geringe Schutzgebühr erhältlich ist. Die Seite informiert aber auch über Fortbildungsangebote für Fachkräfte und Beratungsstellen in Deutschland. Zusätzlich findet man Kontaktdaten zur individuellen und anonymen Telefonberatung, die von Betroffenen, aber auch von Angehörigen und Interessierten genutzt werden kann, etwa zur Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Maßnahme zur Vorbeugung oder Behandlung einer Essstörung. Schließlich verweist die Seite in den Bereichen "Links" und "Literatur" auf weiterführende Informationsquellen zu verschiedenen Themengebieten, die mit Essstörungen in Verbindung stehen. Auf der Website www.bodycheck.bzga.de bietet die BzgA außerdem speziell für Jugendliche zwischen zwölf und 20 Jahren den "Bodycheck" an. Hier können Jugendliche ihr Essverhalten allgemein testen und werden ggf. auf mögliche Essstörungen bei sich selbst oder in ihrem Umfeld hingewiesen.

Schließlich soll an dieser Stelle noch die Website www.hungrig-online.de vorgestellt werden. Diese Seite setzt sich zum Ziel, Kommunikation und Hilfe für Betroffene und Angehörige, aber auch Lehrer, Presse und Fachkräfte anzubieten. So sind auf dieser Seite ein Forum, ein Chat sowie Mailinglisten zu finden, genauso wie Kontaktadressen von Kliniken, Beratungsstellen, Selbsthilfe- und Wohngruppen. Zudem finden Lehrer hier auch Material für die Schule und Fachkräfte können Therapieangebote vorstellen. Neben der allgemeinen Website bietet die Seite noch zusätzliche Seiten für die jeweiligen Essstörungen an.


Autorin

Katja Aue, M. Sc. (Ökotrophologie), katja_aue@web.de

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