Prisma

Doppelter Angriff auf Hepatitis-C-Viren

Therapien gegen Hepatitis C waren bislang auf die auslösenden Viren gerichtet. Eine neue Strategie orientiert sich dagegen an der Wirtszelle und versucht, durch Hemmung zelleigener Faktoren die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Cyclophilin A gilt als entscheidender Zellbaustein für die Vermehrung von Hepatitis-C-Viren. Das Protein lässt sich effektiv durch das Immunsuppressivum Cyclosporin hemmen. Heidelberger Wissenschaftler entwickelten einen Cyclosporin-Abkömmling, der die körpereigene Abwehr nicht unterdrückt, Cyclophilin A jedoch immer noch wirksam blockiert. Mit dem Ausschalten des zelleigenen Proteins wird nach Angaben der Forscher die Virusvervielfältigung gleich zweifach gestoppt: einmal fehlt Cyclophilin A für den Aufbau der viralen Vermehrungsmaschinerie, zum anderen für die ordnungsgemäße Funktion eines viruseigenen Enzyms, das wiederum zur Ausbildung infektiöser Viren benötigt wird. Wie die Wissenschaftler annehmen, treten mit diesem Therapieansatz Resistenzen deutlich seltener und in geringerem Ausmaß auf als bei der direkten Hemmung viruseigener Einflussgrößen. war

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg, Nr. 130/2009

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