Aus Kammern und Verbänden

Angelika Gemkow: "Apotheken sind unverzichtbar"

Beim Sommerempfang des Apothekerverbandes Nordrhein am 2. September in den Düsseldorfer Rheinterrassen sprach Angelika Gemkow, die Landesbehindertenbeauftragte in Nordrhein-Westfalen, als Gastreferentin. In ihrer Rede hob sie die wichtige soziale Funktion der Apotheken hervor: "Apotheken sind für die Menschen unverzichtbare Bestandteile sozialer Netze in den Stadtteilen vor Ort, oft auch Kummerkasten bei Alltagssorgen."
Angelika Gemkow, die Landesbehindertenbeauftragte in Nordrhein-Westfalen, mit Apothekerverbandspräsident Thomas Preis.

Foto: AVNR

Als besonderes Leistungsmerkmal der Apotheken führte Frau Gemkow die Themenvielfalt an: "Die Apotheke ist für mich viel mehr als ein Geschäft. Apotheken decken eine breite Palette von Gesundheits-, Präventions- und Pflegethemen ab. Die Gewinner sind die behinderten und älteren Menschen, die davon besonders profitieren."

Apotheken haben Lotsenfunktion

Ferner lobte die Landesbehindertenbeauftragte die Kooperation der Apotheken mit dem Behindertensportverband NRW. Hier übernehmen die Apotheken eine Lotsenfunktion und informieren ihre Kundinnen und Kunden über gesundheitsfördernde Angebote der örtlichen Behinderten- und Gesundheitssportverbände. Als vorbildlich bezeichnete Frau Gemkow auch die Info-Kampagne der nordrhein-westfälischen Apotheken zur häuslichen Pflege, denn pflegende Angehörige brauchen solche Informationen.

Pick up, Rabattverträge: Forderungen an die Politik

Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, sicherte der Landesbehindertenbeauftragten Kooperationsbereitschaft zu und bekräftigte zudem, dass die Apothekerorganisationen in NRW ihr Engagement für den Behindertensport noch in diesem Jahr weiter intensivieren werden. Preis nutzte den Anlass aber auch, um an die Politiker klare Forderungen zu stellen. So kritisierte er vor allem das ungelöste Problem der Pick-up-Stellen: "Statt die am Verbraucher und Patienten orientierte, qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung durch die heil- und freiberuflich geprägte Apotheke zu fördern und zu stärken, wird durch die ordnungspolitische Unschärfe der gesetzlichen Regelung einer weiteren Banalisierung des Arzneimittels Vorschub geleistet."

Die Rabattverträge bezeichnete Preis als "nicht richtungweisend": Er forderte daher eine praxisgerechtere Umsetzung unter genauer Berücksichtigung pharmazeutisch relevanter Aspekte.

Wahlprüfsteine

Darüber hinaus formulierte Preis fünf Wahlprüfsteine:

1. Klares Votum für Freiberuflichkeit;

2. Eindeutige Positionierung für die Unabhängigkeit von Apotheken und gegen Ketten in Fremdbesitz;

3. Erhalt der Apothekenpflicht und Lösung der Versandhandels- und Pick-up-Problematik;

4. Sicherung der Arzneimittelpreisverordnung als Garant für die Erfüllung von Gemeinwohlverpflichtungen durch öffentliche Apotheken;

5. Erhalt des Kollektivvertragssystems.

Dabei betonte Preis, dass diese Wahlprüfsteine nicht als Hürde zu verstehen seien, sondern als Chance für die Politik, die Arzneimittelversorgung in einer zunehmend vom demografischen Wandel geprägten Gesellschaft mit der aktiven Unterstützung der Apothekerschaft qualitativ, patientenorientiert und flächendeckend zu stärken und weiterzuentwickeln.

Insgesamt konnte der Apothekerverband Nordrhein über 100 Gäste begrüßen, darunter zahlreiche Bundes- und Landespolitiker, Vertreter der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung, des pharmazeutischen Großhandels und der Pharmaindustrie.

Über 100 Gäste kamen zum Sommerempfang des Apothekerverbands Nordrhein in Düsseldorf.
Foto: AVNR

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