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Ärzte bekommen 2010 mehr Geld von der GKV

BERLIN (ks). Nachdem sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband zunächst nicht einigen konnten, wie die vertragsärztliche Vergütung im kommenden Jahr weiterzuentwickeln ist, hat nun ein Schlichter weitergeholfen: Im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss wurden insgesamt sieben Beschlüsse gefällt. Sie sorgen unter anderem dafür, dass die gut 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten nächstes Jahr fast 1,2 Milliarden Euro mehr bekommen als 2009.

Nach den am 2. September getroffenen Beschlüssen, wird die Vergütung der Ärzte für Leistungen innerhalb der Regelleistungsvolumina 2010 in allen Kassenärztlichen Vereinigungen morbiditätsbedingt um zwei Prozent gegenüber 2009 steigen. Hinzu kommen Steigerungen bei den extrabudgetären Leistungen. Rechnet man diese hinzu, liegt das Plus bei 3,8 Prozent beziehungsweise 1,168 Milliarden Euro. Ein weiterer wesentlicher Beschluss zur Verteilung der Honorare im Rahmen der Regelleistungsvolumina wird allerdings erst am 22. September fallen.

Auch wenn der konkrete Beschluss zur Anpassung des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs nicht die Zustimmung der KBV fand, zeigte sich der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler nicht gänzlich unzufrieden mit dem insgesamt erreichten Honorarzuwachs. Ob der medizinische Bedarf der Patienten für 2010 wirklich gedeckt ist – wie die Krankenkassen behaupten – müsse sich aber erst noch zeigen. "Wie sich dieser Zuwachs auf die einzelne Arztpraxis auswirkt, kann man jetzt noch nicht sagen", betonte Köhler.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, erklärte, das Ergebnis sei "ein angemessener Kompromiss, der den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ebenso gerecht wird wie dem medizinischen Bedarf der Patientinnen und Patienten".Weil in einer alternden Gesellschaft wie der bundesdeutschen die Menschen häufiger krank würden, müssten sie auch öfter behandelt werden. Für den dadurch ansteigenden Behandlungsbedarf müsse zusätzliches Geld von den Kassen bereitgestellt werden.

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