Selbstmedikation

Orales Probiotikum für eine gesunde Vaginalflora

Mindestens einmal im Leben leiden Frauen an einer bakteriellen Vaginose. Das Scheidenmilieu ist gestört. Mit dem Nahrungsergänzungsmittel Femibion® Flor Intim steht nun das erste orale Probiotikum exklusiv in der Apotheke zur Verfügung, das eine gesunde Vaginalflora fördern und aufrechterhalten soll. Es enthält die beiden Laktobazillenstämme Lactobacillus rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14, die nach aktueller Studienlage am besten dafür geeignet sind, die normale Vaginalflora wiederherzustellen und zu erhalten.

In der Vaginalflora tummelt sich eine Vielzahl von Bakterien. Eine dominante Rolle spielen die Laktobazillen. Von den insgesamt 120 Lactobacillusarten kommen etwa 15 in der Scheide vor. Sie sind dort nicht nur zahlenmäßig die bedeutendsten Bakterien, sondern auch besonders wichtig für die Gesunderhaltung der Scheidenflora. Diese "körpereigenen Desinfektionsmaschinen", so der Gynäkologe Prof. Dr. Werner Mendling, Berlin, wandeln Glykogen in Milchsäure um und sorgen so für das physiologische angesäuerte Scheidenmilieu (pH-Wert: 3,8 bis 4,4) in dem sich pathogene Keime nicht vermehren. Neben Milchsäure produzieren Laktobazillen noch eine Reihe anderer antibakteriell wirksamer Substanzen. Dazu gehört Wasserstoffperoxid, der mit seiner oxidierenden und desinfizierenden Wirkung das Wachstum pathogener Erreger zusätzlich verhindert. Die wichtigsten Laktobazillenstämme in der Scheide sind Lactobacillus crispatus, L. gasseri, L. iners und L. jensenii , und nicht, wie lange angenommen, Lactobacillus acidophilus , betonte Mendling.

Intakte Scheidenflora reduziert Frühgeburtlichkeit

Etwa 20% der schwangeren Frauen entwickeln im Verlauf der Gravidität eine vaginale bakterielle Störung. Möglicherweise mit weitreichenden Folgen. Denn eine bakterielle Vaginose erhöht das Risiko für Blasensprung und Frühgeburt. Werden Veränderungen im Scheidenmilieu frühzeitig erkannt und behandelt, sinkt auch die Frühgeburtlichkeit. Eindrücklich zeigt dies die in der Erfurter und Thüringer Frühgeburtenvermeidungsaktion erprobte Strategie der vaginalen pH-Selbstmessung. Durch die regelmäßige pH-Messung und gegebenenfalls einer therapeutischen Intervention mit Laktobazillen und Clindamycin konnte die Zahl der Frühgeburten hochsignifikant reduziert werden. Schwangere müssen deshalb besonders auf ein intaktes Scheidenmilieu achten.

Typisch: grau-weißer Ausfluss und Fischgeruch

Nahezu jede Frau erkrankt einmal in ihrem Leben an einer bakteriellen Vaginose. Ursache ist eine Störung des Scheidenmilieus mit reduzierten Laktobazillenzahlen. Denn wenn der pH-Wert ansteigt, können sich pathogene Keime ausbreiten und einen adhärenten bakteriellen Biofilm auf der Vaginaschleimhaut bilden. Typisch sind ein grau-weißer Ausfluss mit einem Geruch nach Aminen (Fischgeruch) und ein pH-Wert über 4,5. Mikroskopisch lassen sich Schlüsselzellen erkennen. Zu den Risikofaktoren gehören die Einnahme von Medikamenten, falsche Intimhygiene, aber auch Stress und hormonelle Veränderungen. Nahezu jede Frau macht diese Erfahrung mindestens einmal im Leben.

Bestens geeignet: L. rhamnosus und L. reuteri

Für die Therapie der bakteriellen Vaginose stehen unspezifische Desinfektionsmittel, orale oder lokale Antibiotika wie Metronidazol oder Clindamycin, sowie Immunstimulanzien (Lactobacillus-Vakzine) zur Verfügung. Zur Wiederherstellung der normalen Darmflora, eines der zentralen Ziele der Therapie, werden Laktobazillen appliziert, bislang vaginal. Mit Femibion® Flor Intim steht nun das erste Probiotikum zur Förderung und Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora zur Verfügung, das oral eingesetzt werden kann. Das Nahrungsergänzungsmittel kombiniert die beiden Laktobazillenstämme L. rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14 , die aktuellen Studiendaten zufolge sowohl vaginal als auch oral am besten dafür geeignet sind, die normale Vaginalflora wiederherzustellen und zu erhalten, erläuterte Mendling. Nach vaginaler Applikation zusätzlich zu Clindamycin über zehn Tage konnte unter der Kombination innerhalb von sechs Monaten bei 65% der Patientinnen eine Heilung erreicht werden, unter Placebo dagegen nur bei 46%.

Allein oder in Kombination mit Antibiotika

Oral eingenommen ist die Laktobazillenkombination ebenfalls effektiv, und zwar sowohl in der Prävention als auch in der Therapie. Bei 64 gesunden Frauen, die über 60 TageL. rhamnosus GR-1 plus L. reuteri RC-14 oder Placebo einnahmen, und über 90 Tage mehrfach kontrolliert wurden, kam es unter Verum signifikant seltener zu bakteriellen Vaginosen. In einer weiteren Studie erhielten Frauen mit einem Nugent-Score zwischen 4 und 6 (Nugent-Score: Skala von 1 bis 10: 7 – 10: bakterielle Vaginose, 0 – 3 Normalflora) randomisiert und placebokontrolliert entweder L. rhamnosus GR-1 plus L. reuteri RC-14 oder Placebo. Innerhalb von zwei Wochen wurde bei 60% der Patientinnen unter Verum, dagegen nur bei 16% unter Placebo eine Verbesserung des Scores um mindestens zwei Punkte erreicht. Ein hochsignifikanter Unterschied (p = 0,0001). Auch bei einer antibiotischen Therapie profitierten prämenopausale Patientinnen (n = 125) von der zusätzlichen Gabe der Laktobazillenkombination mit Heilungsraten nach 30 Tagen von 88% gegenüber 40%. Die Sicherheit oral zugeführter Laktobazillen ist hoch. L. rhamnosus GR-1 und Lactobacillus reuteri RC-14 sind deshalb auch für schwangere und stillende Frauen geeignet (siehe Kasten). Schwangere oder stillende Frauen mit nachgewiesener Immunerkrankung und Disposition zu bakteriellen Infektionen sowie mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung sollten diese Stämme nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.

Den Vorteil von Femibion® Flor Intim brachte Mendling auf den Punkt: "Durch die jetzt erstmalig verfügbare orale Gabe dieser Stämme wird die Anwendung deutlich einfacher und komfortabler." Erwachsene Frauen, so wird empfohlen, nehmen kurmäßig über ein bis zwei Monate eine Kapsel ein.

 

Quelle

Prof. Dr. Werner Mendling, Berlin: "Die Femibion® -Familie wächst: Bewährtes und Neues." München, 25. Juni 2009, veranstaltet von der Merck Selbstmedikation GmbH; Darmstadt.

 


Apothekerin Dr. Beate Fessler

 

 

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