Prisma

Kardiale Reparaturwerkstatt

Der Herzmuskel zählte bislang zu den nicht regenerierbaren Geweben. Im Tierversuch ließ sich nun jedoch geschädigtes Herzmuskelgewebe durch den Einsatz des Wachstumsfaktors Neuregulin 1 zur Regeneration stimulieren.

Bereits 2007 entwickelten amerikanische Wissenschaftler die Theorie, dass im Herzen regenerative Kapazitäten schlummern. Jetzt gelang es den Forschern, bei Mäusen die Selbstreparatur des Muskels mit Hilfe eines Wachstumsfaktors anzuregen. Dazu spritzten sie den Tieren, die bereits eine Herzattacke erlitten hatten, an zwölf Tagen je einmal Neuregulin 1 und testeten ihre Herzfunktion. Im Echokardiogramm zeigte sich eine deutlich verbesserte Pumpleistung, ohne dass dabei der Muskel an Umfang zunahm. Die Bemühungen um stammzellbasierte Strategien scheinen somit nicht in jedem Fall notwendig zu sein, erklären die Wissenschaftler. Es genüge, die Herzmuskelzellen zur Proliferation zu stimulieren, was bei Neuregulin 1 auch über systemische Gabe funktioniere. Mit diesen Erkenntnissen eröffnen sich neue Therapieansätze für die Behandlung von Herzerkrankungen. war

Quelle: Bersell, K. et al.: Cell 2009; 138 (2): 257 – 270

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