Prisma

Zu viel Moral ist kontraproduktiv

Die Menschen neigen offenbar dazu, einmal vollbrachte gute Taten an anderer Stelle mit unmoralischem Verhalten wieder auszugleichen. Umgekehrt scheint es ähnlich zu funktionieren, glauben amerikanische Wissenschaftler.

So wie man sich ein üppiges Abendessen nach besonders hartem Training gönnt, werden anscheinend auch moralische "Fehltritte" schnell wieder ausgeglichen. Das eigene Idealbild darf weder nach oben noch nach unten langfristig abweichen, wie eine Untersuchung mit 46 Probanden zeigte. Die Teilnehmer sollten sich mit positiven oder negativen Begriffen selbst beschreiben und anschließend Geld an eine wohltätige Organisation spenden. Fazit: Wer sich selbst gute Eigenschaften zugesprochen hatte, war im Schnitt nur zu etwa einem Fünftel so großzügig wie die Teilnehmer mit weniger positiver Selbstbeschreibung. In einem weiteren Test ging es um den potenziellen Einsatz für den Umweltschutz. Auch hier zeigten sich die eher negativ Selbstbewerteten deutlich engagierter. Die Studienautoren vermuten in jedem Menschen einen Sollwert an Tugend. Wird er über- oder unterschritten, drängt er zurück, um das moralische Selbstbild wieder herzustellen. war

Quelle: Sachdeva, S. et al.: Psychol. Sci. 2009; 20 (4): 523-528

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