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Apotheker fragen zu selten nach

BERLIN (ks). Jeder Zweite, der in der Apotheke ein Rezept einlöst, wird dort nur selten oder nie gefragt, welche Medikamente er neben der aktuellen Verordnung noch zu sich nimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Anfang Juli durchgeführte Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Die TK rät daher den Kunden, selbst aktiv Fragen zu stellen.

Etwas nachfragefreudiger sind offenbar die Ärzte: 61 Prozent von 1000 Umfrage-Teilnehmern gaben an, vom Arzt immer nach ihrem Medikamentengebrauch gefragt zu werden. Jeder Dritte sagte allerdings, dass er nur manchmal (14%), selten (8%) oder nie (14%) von seinen Ärzten danach befragt wird. Heike Wendt, bei der TK angestellte Apothekerin, sieht die Ergebnisse kritisch: "Ein Apotheker muss die Kunden über die Arzneimittel beraten und vor möglicherweise gefährlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Mitteln warnen. Dafür ist die Frage nach weiteren Medikamenten unerlässlich". Aber auch bei den Ärzten wäre eine höhere Nachfragequote wünschenswert, so Wendt. Sie empfiehlt angesichts der Umfrageergebnisse allen Menschen, bei der Verordnung von Arzneimitteln oder beim Kauf von nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten immer alle Mittel anzugeben, die sie einnehmen – auch unaufgefordert.

Zwei Drittel lesen stets den Beipackzettel

Am häufigsten beziehen Patienten ihre Informationen zu Arzneimitteln offenbar aus dem Beipackzettel: Diesen lesen nach eigenen Angaben 66 Prozent immer, nur 17 Prozent selten oder nie. Ebenfalls 17 Prozent glauben allerdings fälschlicherweise, dass Wechselwirkungen keine oder allenfalls eine geringe Gefahr darstellen.

Laxer Umgang mit Arzneimitteln

Einige Bürger gehen recht sorglos mit Arzneimitteln um. So gab in der Umfrage jeder Achte an, dass er schon verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen habe, die nicht für ihn bestimmt waren. Unter den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Fünfte. Und jeder Vierte nimmt mehrmals oder häufig verschreibungspflichtige Medikamente von früheren Erkrankungen, ohne dies mit dem Arzt abzusprechen. Wenn sie Medikamente aus ihrem häuslichen Arzneischrank holen, achten 29 Prozent nicht immer auf das Verfalldatum. Bei den 18- bis 25-Jährigen waren es in der Umfrage sogar 38 Prozent. Jeder Achte kontrolliert nur alle vier Jahre oder noch seltener seine Hausapotheke auf abgelaufene Medikamente.

Bedenklich ist laut Wendt auch der laxe Umgang mit Schmerzmitteln. 13 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mindestens einmal pro Woche Schmerzmittel nehmen. Sechs Prozent nehmen die Mittel sogar täglich. Gleichzeitig gaben 17 Prozent an, dass sie Schmerzmittel bereits länger als erlaubt eingenommen haben, und 15 Prozent sagten, dass sie zwar noch nicht in der Situation waren, bei Bedarf aber durchaus die empfohlene Einnahmedauer überziehen würden.

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