Prisma

Pille bei Übergewicht nur bedingt geeignet

Übergewichtige Frauen, die orale Kontrazeptiva verwenden, haben verglichen mit schlanken Frauen möglicherweise ein höheres Risiko, trotz Verhütung schwanger zu werden. Einer aktuellen Studie zufolge dauert es bei ihnen länger, bis die Pille ihr Wirkmaximum erreicht, so dass sich jeden Monat ein "unsicheres" Zeitfenster ergibt.

Wissenschaftler um Ganesh Cherala von der Oregon State University in Portland untersuchten 20 Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die zwei Monate lang eine Antibabypille einnahmen. Zehn der Probandinnen waren normalgewichtig, die anderen zehn hatten einen BMI größer 30 und galten somit als adipös. Als Richtschnur für die Wirksamkeit der Kontrazeptionsmaßnahme bestimmten die Studienautoren zu Beginn, mehrmals während und am Ende der Studienphase die Konzentration verschiedener Geschlechtshormone im Blut. Dabei zeigte sich, dass es bei den adipösen Frauen etwa doppelt so lange als bei den normalgewichtigen dauerte, bis sich ein stabiles Niveau der Pillen-Hormone im Blut einstellte. Bei den schlanken Frauen war das Plateau nach etwa fünf Tagen erreicht, bei den übergewichtigen erst nach etwa zehn Tagen oder sogar noch später. "Dadurch könnte bei stark übergewichtigen Frauen jeden Monat ein Zeitfenster entstehen, in dem sie trotz Pille schwanger werden können", kommentiert Cherala das Ergebnis. "Diese Frauen sollten mit ihrem Frauenarzt besprechen, ob sie in bestimmten Zeiten des Monats ein zusätzliches Verhütungsmittel verwenden sollten." In einer Anpassung der Hormonkonzentration nach oben sieht Cherala dagegen keine geeignete Maßnahme. Zwar ließe sich die kontrazeptive Sicherheit bei adipösen Frauen durch Verwendung entsprechend hoch dosierter Pillen tatsächlich verbessern, allerdings würde sich dadurch das bei ihnen ohnehin erhöhte Risiko für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Komplikationen zusätzlich erhöhen. ral

Quelle Cherala, G. et al.: Contraception, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1016/j.contraception.2009.04.011

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