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Kassen planen Rückerstattungen

BERLIN (ks). Dem Gesundheitsfonds fehlen Milliarden und der Einheits-Kassenbeitrag ist zu Monatsbeginn von 15,5 auf 14,9 Prozent gesunken. Dennoch planen nach einer Umfrage des "Focus" 18 der insgesamt 178 gesetzlichen Krankenkassen ab Juli Beitragsrückerstattungen an ihre Versicherten.
Nächstes Jahr wird es teuerer Die GKV-Spitzenverbandschefin ­Doris Pfeiffer sagt für 2010 Zusatzbeiträge vieler Kassen voraus.
Foto: DAZ/Sket

Drei Versicherer nannten in der Umfrage für die Auszahlung bereits konkrete Summen von 50 bis 100 Euro pro Jahr. Die übrigen 15 verhandeln oder beraten laut "Focus" noch mit ihren Aufsichtsgremien. Auf Zusatzbeiträge wird voraussichtlich keine Kasse angewiesen sein. Einzig bei einer Kölner Betriebskrankenkasse sollte hier am 1. Juli noch abschließend entschieden werden.

Die Vorstandschefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, hatte ursprünglich schon für dieses Jahr viele Zusatzbeiträge vorausgesagt; letzte Woche revidierte sie sich dahingehend, dass es spätestens im kommenden Jahr soweit sei. Josef Hecken, Präsident des Bundesversicherungsamtes, hatte bereits vor zwei Wochen Entwarnung gegeben. Ende April war er noch von 16 Krankenkassen mit insgesamt 4,5 Millionen Versicherten ausgegangen, die nach damaligem Stand einen Zusatzbeitrag hätten erheben müssen. Mittlerweile hätten finanzschwache Kassen aber Fusionsgespräche mit größeren Partnern aufgenommen, hieß es.

Rückzahlungen sind im Rahmen des zu Jahresbeginn eingeführten Gesundheitsfonds möglich, wenn eine Kasse erfolgreich gewirtschaftet oder eine günstige Versichertenstruktur hat. Einen Zusatzbeitrag können Kassen erheben, wenn ihnen das vom Gesundheitsfonds zugewiesene Geld nicht ausreicht. Mitglieder haben dann ein Sonderkündigungsrecht – und Mitgliederverluste wollen die Krankenkassen selbstverständlich vermeiden.

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