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VSA erhält neue Leitungsstruktur

STUTTGART (daz). Auf der 28. ordentlichen Vertreterversammlung des FSA e. V. am 17. Juni in Stuttgart wurde von den anwesenden stimmberechtigten Apothekern einstimmig eine grundsätzliche Veränderung in der Führungsstruktur beschlossen: Zukünftig wird der Besitzer von Deutschlands größtem Apothekenrechenzentrum von einem stark verkleinerten Vorstand geführt. Die Arbeit der Geschäftsführung der VSA GmbH wird in naher Zukunft von einem Aufsichtsrat unterstützt werden.

Das wirtschaftliche Gesamtergebnis der VSA-Gruppe stellte die Erwartungen zufrieden, auch wenn es geringfügig hinter dem des Vorjahres zurückgeblieben war. Der Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr wird von der Geschäftsführung positiv gesehen.

Satzungsänderung beschlossen

Eine der wichtigsten Satzungsänderungen, die auf dieser Vertreterversammlung beschlossen wurden, war die Einführung einer freiwilligen Mitgliedschaft, die ab 1. Juli 2009 auch auf die Apotheken ausgedehnt wird, die ein Warenwirtschaftssystem der VSA-Unternehmensgruppe verwenden.

Auch wird die Gremienstruktur der VSA-Gruppe bzw. die seines Gesellschafters, des FSA e. V., stark verändert, wie Vorstandsvorsitzender Karl-August Beck erläuterte: Dem FSA e. V., der derzeit einen zehnköpfigen Vorstand (fünf aus Bayern, vier aus Baden-Württemberg, einer aus Sachsen) hat, werden ab dem 30. Juni 2011 nur noch drei Apotheker vorstehen. Nach wie vor wird der FSA e. V. als Inhaber der VSA in der Gesellschafterversammlung der VSA GmbH vertreten sein; der apothekereigene Charakter der VSA wird beibehalten, betonte Karl-August Beck. In der Satzung der VSA GmbH gehen die Veränderungen weiter: So wurde einstimmig beschlossen, dass die "Organe der Gesellschaft", der Gesellschafterbeirat und Verbandsrat, abgeschafft und ab Juni 2011 um einen Aufsichtsrat ergänzt werden. In diesem neun-köpfigen Gremium werden auch "Nicht-Apotheker" vertreten sein. Hintergrund dieser Entscheidung ist zum einen, dass so aus allen Unternehmensbereichen Repräsentanten in den Organen der VSA GmbH vertreten sein können. Zum anderen kann zukünftig innerhalb der Führungsstrukturen der VSA auf Expertenwissen zugegriffen werden.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Die einzelnen Geschäftsbereiche der VSA entwickelten sich unterschiedlich, so Geschäftsführer Dr. Andreas Lacher. Im Abrechnungsbereich konnte im Geschäftsjahr 2008 das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr gehalten werden, trotz erhöhter Aufwendungen insbesondere für Projekte zur Intensivierung der Kundenbetreuung und Erhöhung der Kundenzufriedenheit. So wurde beispielsweise die Produktpalette konsequent erweitert und die persönliche Betreuung ausgebaut. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres blieb das Rezeptaufkommen hinter den Erwartungen zurück: Sowohl die Bruttorezeptabrechnungssumme (2008: + 3,6%; 2009: – 0,13%) als auch die Packungszahlen (2008: + 1,56%; 2009: – 0,86%) liegen unter den Vorjahreswerten.

Im Bereich Apothekensysteme/Warenwirtschaft konnte Geschäftsführer Peter Mattis eine Verbesserung des Betriebsergebnisses vermelden. Man glaube, hier auf dem richtigen Weg zu sein: Bei dem neuen System "Jump" sowie bei den bestehenden Systemen "Pharmasoft" und "Infopharm" wurde eine Reihe von Änderungen und Erweiterungen umgesetzt, der Kundenservice wurde noch weiter optimiert. Dies alles führte zu einer Steigerung der Gesamtzufriedenheit der Kunden, wie die Kundenumfrage zeigte. Lediglich bei einer einzigen Version ("Infopharm 6") gebe es zurzeit gewisse Probleme, die jedoch in Kürze behoben würden. Auch das neue Benchmark-System ("OTC-Panel") komme bei den Apothekern sehr gut an, weil es auf einen Blick einen Vergleich mit anderen Apotheken ermögliche.

Der Geschäftsbereich Abrechnung und Softwarelösungen für sonstige Leistungserbringer (azh GmbH) konnte einen Kundenzuwachs verzeichnen sowie ein wiederum gutes Betriebsergebnis. Man befände sich hier zwar noch immer in der Phase der Umstrukturierung, die bisherigen Erfolge zeigen aber, dass man hier, so Dr. Andreas Lacher, auf dem richtigen Weg sei. In einer Kundenumfrage sei man hinsichtlich Gesamtzufriedenheit mit der sehr guten Note 1,67 bewertet worden.

Zum Abschluss gab Geschäftsführer Peter Mattis unter anderem noch einen Ausblick auf das Projekt elektronische Gesundheitskarte: Nachdem sich wichtige Partner aus diesem Projekt zurückgezogen und die Proteste einiger Heilberufe (u. a. Ärzte) zugenommen haben, sei mit der flächendeckenden Einführung in naher Zukunft nicht zu rechnen.

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