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Komplett unsinnige Studie akzeptiert

Bei einem Journal mit Gutachterprüfung wurde eine Studie eingereicht, die von einem Computer erfunden wurde und kompletten Unsinn enthielt: Die Studie wurde zur Veröffentlichung angenommen.

Unter dem Titel "Deconstructing Access Points" generierte die Software SCIGen eine komplette wissenschaftliche Abhandlung mit Abstract, Methoden, Ergebnissen und Zusammenfassung sowie Grafiken und Tabellen. Die gesamten Texte waren nicht nur grammatikalisch korrekt, sie waren im Stil einer hochwissenschaftlichen Arbeit abgefasst. Nur wenn man die Studie wirklich liest und versucht, den Inhalt zu verstehen, wird deutlich, dass es sich um kompletten Unsinn handelt. Der "Autor", der Kommunikationsforscher Philip Davis, bezeichnet die Studie als "kontextfreien Inhalt". Eingereicht – und zur Publikation angenommen – wurde die Studie beim "Open Information Science Journal", das ein Peer-Review-System hat. Diese Gutachterprüfung zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten wurde eigentlich zur Qualitätssicherung eingeführt: Unabhängige Experten eines Fachgebietes bewerten den zur Veröffentlichung vorgeschlagenen Artikel, nachdem der Herausgeber ihn für grundsätzlich geeignet hält. Obwohl auch in diesem Falle dieses Verfahren beibehalten wurde, hat offensichtlich niemand den Nonsens bemerkt. Nun wird nach Schuldigen gesucht: Der Schriftleiter des Journals versichert, das Manuskript sowie die Berichte der Gutachter nie zu Gesicht bekommen zu haben. Er will sein Amt niederlegen. Verlag und Herausgeber bezeichnen "das Einreichen von gefälschten Manuskripten als eine völlig unethische Tätigkeit, die verurteilt werden müsste". ck

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