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Kassen gratulieren zur "Erfolgsstory"

BERLIN (ks). Am 19. Juni sind die Arzneimittel-Festbeträge 20 Jahre alt geworden. Der Pharmaindustrie haben sie in den zurückliegenden Jahren die Preispolitik verdorben, den gesetzlichen Krankenkassen haben die Erstattungshöchstgrenzen dagegen Einsparungen in Milliardenhöhe eingebracht. Und so sind es auch heute vor allem die Kassen, die diesem Jubiläum gedenken.
Festbeträge – einzige stabile Größe: Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands.
Foto: AOK Medien

Die Arzneimittel-Festbeträge haben den deutschen Arzneimittelmarkt in den letzten zwei Dekaden kräftig umgekrempelt. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes konnten die gesetzlichen Kassen mithilfe der Festbeträge insgesamt 36,4 Mrd. Euro einsparen – allein in diesem Jahr werden es 4,3 Mrd. Euro sein. Heute decken die Festbeträge 73 Prozent der Verordnungen und 42 Prozent des Umsatzes des Arzneimittelmarktes in der GKV ab. Bei einem Großteil der Festbetragswirkstoffe handelt es sich um Generika. Seit 2004 können aber auch wieder patentgeschützte Wirkstoffe unter Festbetrag gestellt werden. Durch eine Gesetzesänderung waren sie seit 1996 von Festbeträgen ausgeschlossen. Seit Juli 2006 besteht zudem die Möglichkeit, besonders preisgünstige Festbetragsarzneimittel von der Zuzahlung freizustellen.

In Zeiten, da es immer schwieriger wird, den Überblick im streng regulierten Arzneimittelmarkt zu behalten, bekennen sich zunehmend mehr Akteure zu den Festbeträgen. "Die Politik hat in den letzten 20 Jahren unzählige Gesetze zu Einsparungen im Arzneimittelmarkt in Kraft gesetzt. Als einzige stabile Größe sind die Festbeträge geblieben", meint auch Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Die in letzter Zeit im Rampenlicht stehenden Rabattverträge sind aus seiner Sicht eine Ergänzung der Arzneimittelversorgung, "jedoch keine flächendeckende Alternative". Für von Stackelberg sollte "die Erfolgsstory Festbeträge" daher dringend weitergeschrieben werden.

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